Titel: Ueber die Anwendung eiserner Klammern bei Bauten, und über ein Mittel sie gegen Rost zu schützen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 3 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi03_3

Ueber die Anwendung eiserner Klammern bei Bauten, und über ein Mittel sie gegen Rost zu schützen.

Die Römer pflegten bekanntlich bei größeren Bauwerken die Quadersteine einer jeden einzelnen Schicht durch starke eiserne Klammern mit einander zu verbinden, wodurch die an den neueren Mauerwerken so häufig vorkommenden Riffe vermieden werden. Da sich jedoch das Eisen an der Luft, und noch mehr unter der Erde und an feuchten Orten sehr leicht oxydirt, und da hierdurch der Nutzen der Klammern in kurzer Zeit nichtig geworden seyn würde, so überzog man die Klammern und Ketten, deren man sich bediente, mit einer dicken Bleischicht, auf welche die Feuchtigkeit und die Luft nur einen geringen Einfluß ausüben. Von der Wirksamkeit dieser Methode überzeugte man sich vor einigen Jahren durch Ausgrabungen, welche man zu Moirans, in der Nähe der Ueberreste einer römischen Wasserleitung anstellte, welche unter dem Namen des Ponte-des-Arches unter den Archäologen berühmt ist. Man grub nämlich hierbei mehrere vollkommen viereckig gehauene Steine, von denen jeder wenigstens 4 Cntr. wog, aus, und fand sie sämmtlich mittelst eiserner, mit Blei überzogener Klammern vereinigt und so fest incrustirt, daß sie nur durch Anwendung von Schießpulver getrennt werden konnten. Das Eisen zeigte sich hierbei durch das Blei selbst nach Ablauf von 18 Jahrhunderten gut erhalten. (Verhandl. des Gewerbvereins zu Coblenz.)

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