Titel: Mörtel mit kohlensaurem Kalk, anstatt Quarzsand.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 4 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi03_4
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Mörtel mit kohlensaurem Kalk, anstatt Quarzsand.

In Ungarn, in der Gomörer Gespanschaft, erhebt sich über das Muranyer Alpengebirge eine Kalksteinkuppe aus der Uebergangsperiode der Gebirgsbildung, auf welcher eine alte Ruine seit Jahrhunderten der Verheerung widersteht. Dieses Gebäude ist aus Uebergangs-Kalkstein aufgeführt, und als Mörtel diente ein Gemenge aus Kalksand (ungebranntem zu kleinen Körnern zerstoßenem Kalk) und gebranntem gelöschtem Kalk. Dieser Mörtel ist außerordentlich fest und dauerhaft, so daß er durch die lange Einwirkung der Zeit und Witterung ohne alle Bedeckung nichts von seiner Steinhärte verliert.

Auch in den Neckargegenden und dem Odenwalde bedient man sich schon seit langer Zeit eines solchen Mörtels beim Bauen. Es wird an den Orten, wo Mangel an Sand ist, in Kalkgebirgen, der Chausseestaub, welcher ziemlich reiner kohlensaurer Kalk ist, sorgfältig gesammelt, mit gelöschtem Kalk zu Mörtel angerührt und auf die gewöhnliche Weise benutzt. Man zieht diesen Kalkmörtel dem Sandmörtel beim Bauen wegen seiner Dauerhaftigkeit bei weitem vor. (Polytechn. Notizblatt, 1850 Nr. 20.)

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