Titel: Anwendung des Centrifugalapparats in den Bierbrauereien und Stärkefabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 7 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi03_7

Anwendung des Centrifugalapparats in den Bierbrauereien und Stärkefabriken.

Bisher hat man den Centrifugalapparat bekanntlich mit Vortheil zum Trocknen der Zeuge in den Bleichereien und Kattundruckereien, sowie zum beschleunigten Decken des Zuckers mit Zuckersyrup angewandt.

Dieser Apparat gestattet noch zahlreiche andere Anwendungen. Ein Techniker welcher unlängst aus England zurückkehrte, theilte uns mit, daß man ihn jetzt daselbst zum Kühlen der Würze in den Bierbrauereien mit bestem Erfolg benutzt; indem |237| man die Würze den Centrifugalapparat passiren läßt, kann man sie auf den gewünschten Grad abkühlen, und zwar nicht nur mit großer Schnelligkeit, sondern auch mit großer Ersparniß.

Hr. de la Touche zu Paris hat schon vor längerer Zeit Versuche angestellt, um mittelst des Centrifugalapparats Eis zu erhalten. Es gelang ihm zwar nicht das Wasser zum Gefrieren zu bringen, er erzielte aber eine viel niedrigere Temperatur als in den Brauereien zum Abkühlen der Würze erforderlich ist. Dieses Resultat beruht auf der bekannten Wirkung einer sehr raschen Ventilation; man kann den Centrifugalapparaten leicht 3000 Umdrehungen in der Minute und noch mehr ertheilen.

Derselbe Techniker theilte uns auch mit, daß man in einigen Fabriken im Elsaß den Centrifugalapparat zur Stärkebereitung benutzt. Nachdem das Mehl im Wasser eingerührt ist, müssen sich die verschiedenen Substanzen, wenn sie daran nicht verhindert werden, nach ihrem specifischen Gewicht ordnen. Dieß ist gerade das Resultat welches man durch den Centrifugalapparat erhält; die schwerste Substanz das Stärkmehl, trennt sich von den anderen und schlägt sich zuerst nieder.

Hr. Barthelemy, Mechaniker in Paris, wendet bei den von ihm construirten Centrifugalmaschinen einen hydraulischen Zapfen an, welcher jede Geschwindigkeit und jedes Gewicht dieser Maschinen zuläßt. Bei seinem System (welches jedoch nicht als neu bezeichnet werden kann) ruht die verticale Achse auf einer Oelschicht, welche durch die Wirkung einer hydraulischen Druckpumpe beständig unterhalten wird, so daß die Achse von ihrem Zapfen getrennt bleibt und folglich jede Möglichkeit einer Berührung zwischen den zwei metallenen Körpern während der Drehungsbewegung vermieden wird. Er verfertigte nach diesem Princip einen Zapfen für eine Centrifugalmaschine, welche gegen 20,000 Kil. wog; diese Maschine war mehrere Jahre in Gebrauch, ohne daß der hydraulische Zapfen eine Beschädigung zeigte. (Moniteur industriel, 1850 Nr. 1494 u. 1495.)

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