Titel: Neues Verfahren zur Photographie auf Papier, wornach man direct positive Bilder erhält; von F. Bousigues.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 8 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi03_8

Neues Verfahren zur Photographie auf Papier, wornach man direct positive Bilder erhält; von F. Bousigues.

Zu diesem Verfahren eignet sich jedes Papier, welches recht gleichförmig, schwach satinirt und von Schmutz und metallhaltigen Flecken frei ist.

Man nimmt davon drei Blätter, welche man nach einander in destillirtes Wasser taucht und auf der Glastafel des Rahmens ausbreitet, wobei man bemüht ist sie mittelst eines Lappens von sehr feinem Leinen auf allen Punkten anhaftend zu machen. Ueber die anderen Blätter bringt man dasjenige, welches am geeignetsten scheint das Lichtbild zu empfangen; jene dienen bloß um das Anhaften und die Feuchtigkeit zu unterhalten.

Nachdem diese Feuchtigkeit verschwunden ist, läßt man auf die Oberfläche des Papiers drei bis vier Tropfen einer Auflösung von neutralem salpetersaurem Silber fallen, die man schnell mittelst eines Pinsels verbreiten muß. Die Spuren dieser Auflösung verschwinden bald, so daß auf dem Papier nur noch eine schwache Wolke zurückbleibt. In diesem Zustande wird das Papier gerade so behandelt wie die Metallplatte. Die Dämpfe von Jod und von Bromkalk ertheilen ihm eine große Empfindlichkeit, nur muß man es den Dämpfen des Bromkalks längere Zeit aussetzen. Für das erste Jodiren rechne ich 15 Secunden; Bromiren, 35 Secunden; zweites Jodiren, 10 Secunden.

Die Glastafel wird sodann in den Rahmen gebracht und dem Licht ausgesetzt, welches das Bild auf dem Papier fast eben so schnell hervorbringt wie auf der Silberplatte.

Wenn man die Operation sorgfältig ausführt und die geeignete Zeit dem Licht aussetzt, so erhält man ein positives Bild, dessen Schönheit mit einem auf Silberblech erzeugten den Vergleich aushält; jedenfalls zeichnet es sich vor den gewöhnlichen mittelst Gallussäure dargestellten Lichtbildern auf Papier durch seine sanfte Färbung sehr vortheilhaft aus. (Moniteur industriel, 1850 Nr. 1498.)

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