Titel: Ueber eine neue Art Absenker zu machen; von Prof. Delacroix in Besançon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 13 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi04_13

Ueber eine neue Art Absenker zu machen; von Prof. Delacroix in Besançon.

Mein Verfahren besteht in Folgendem: Der Absenker oder Ableger kommt ganz in die Erde; er bildet einen unterirdischen Bogen, dessen nach oben gerichteter convexer Theil nur in seiner Mitte mit einem Punkte am Boden zu Tage kommt, welcher Punkt mit einem guten Auge oder einem ganzen Zweigchen versehen seyn muß. Auf diese Weise ist der Absenker in seiner ganzen Ausdehnung geschützt und das kleine Ende, anstatt der Sitz einer dem Gelingen mehr oder weniger nachtheiligen Austrocknung zu seyn, wird ein Weg der Absorption. Das allein der Luft ausgesetzte Auge vertragt alle reizerregenden Einflüsse derselben ohne Nachtheil, ja mit Vortheil.

Obschon meine Versuche erst von den letzten Tagen des Junius datiren, konnte ich mich doch schon überzeugen, daß dieses Verfahren wahrhaft nützlich werden kann. – In einem Küchengarten Mittlern Ertrags, auf einem Kalkplateau in der Umgebung von Besançon, wurden in einem Abstand von 10 Centimetern (3'' 8''') zwei Furchen gemacht. Hundert Ableger (Aepfel-, Birn-, Pflaumen-, Aprikosen-, Tulpenbäume, Rosensträuche etc.) beinahe sämmtlich vom Holz des Jahres genommen, wurden gebogen und mit ihren Enden von einer bis zur andern Furche in die Erde gesteckt; man begoß sie einigemal; am 22. Juli hatten alle diese Ableger an der freien Luft und der Sonne die Frische wie beim Einsetzen; bei den meisten war der in der Luft befindliche Theil schon der Sitz eines thätigen Wachsthums, namentlich bei den Birnen- und Tulpenbäumen, deren Knospen schon eine Höhe von 1–2 Centimetern (4 2/5–8 1/5 Par. Linien) hatten. Wie ich hoffe, werden sie diesen Herbst doppelt und vollkommen anwurzeln, worüber ich berichten werde. (Comptes rendus, 1850 Nr. 5.)

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