Titel: Untersuchung von Flüssigkeiten, welche zum Schwarzfärben der Haare benutzt werden; von A. Chevallier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 6 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi04_6

Untersuchung von Flüssigkeiten, welche zum Schwarzfärben der Haare benutzt werden; von A. Chevallier.

Die von mir untersuchten Flüssigkeiten waren zwei, welche gemeinschaftlich zu diesem Zweck angewandt werden.

Die erste A war farblos und in einem Glasfläschchen enthalten, welches die Aufschrift hatte: Eau de Perse pour teindre en châtain foncé.

Die zweite B war von goldgelber Farbe, hatte dieselbe Aufschrift, und jedes Fläschchen kostete 2 Fr. 50 Cent.

Diesen Fläschchen war eine Gebrauchsanweisung beigegeben, worin gesagt ist: „Man muß sich zuerst den Kopf durch trockenes Einreiben mit Kleie oder Buchweizenmehl entfetten, hierauf mit dem Inhalt des Fläschchens A eine weiche Zahnbürste oder einen Pinsel tränken und damit die Haare gut befeuchten welche man färben will; nachdem dieß geschehen ist, trägt man auf die Haare sehr schwach eine kleine Menge von der Flüssigkeit im Fläschchen B auf, hierauf eine neue Schicht der im Fläschchen A enthaltenen Flüssigkeit. Nach diesem zweiten Tränken ist die Operation beendigt; man muß alsdann die Haare vollkommen trocknen lassen, bevor man sie wuscht oder ausbürstet.

Die Untersuchung der Flüssigkeit A ergab, daß sie 60 Gramme (2 Unzen) wog und zusammengesetzt war aus:

wasserfreiem salpetersaurem Silber 4 Grammen, 5 Decigr.
destillirtem Wasser 55 5
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Diese Flüssigkeit ist also eine Auflösung von salpetersaurem Silber in destillirtem Wasser.

Die Untersuchung der Flüssigkeit B ergab, daß sie 40 Gramme wog und bereitet war mit:

trockenem Schwefelkalium 5 Grammen
destillirtem Wasser 35

Diese Flüssigkeit ist eine Auflösung von Schwefelkalium in Wasser. Da beide Flüssigkeiten giftig sind, so sollte ihr Verkauf nicht Jedermann gestattet werden. (Journal de Chimie médicale, Octbr. 1850, S. 562.)

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