Titel: Ueber einen eigenthümlichen Vorgang bei der Kältemischung aus Glaubersalz und Salzsäure; von Dr. Bolley.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 7 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi05_7

Ueber einen eigenthümlichen Vorgang bei der Kältemischung aus Glaubersalz und Salzsäure; von Dr. Bolley.

Die Mischung von Glaubersalz und Salzsäure wird als eine sehr billig zu stehenkommende jetzt häufig als Kältemischung angewandt. Die Vorschriften empfehlen gewöhnlich etwas verdünnte Salzsäure. Wird fein krystallisirtes und zerstoßenes (10fach gewässertes) Glaubersalz mit gewöhnlicher käuflicher Salzsäure übergossen, so wird die anfangs glasdurchsichtige Masse milchig weiß, von kleinen Körnern eines ausgeschiedenen Salzes. Der Versuch gelingt bei fast allen denkbaren Mengeverhältnissen; nur darf es an Säure nicht fehlen. Das ausgeschiedene Salz gesammelt und abgewaschen ist beinahe reines Kochsalz, während die Lösung doppelt-schwefelsaures Natron enthält. Wenn man das Gemisch von Glaubersalz und Salzsäure erwärmt, so löst sich das Kochsalz auf und schießt beim langsamen Erkalten in großen sehr regelmäßigen Würfeln an. Beim fortgesetzten Erwärmen dampft erst überschüssige Salzsäure und Wasser ab und es bedarf einer stärkeren Concentration und Hitze, um das Kochsalz wieder zu zerlegen.

Die hier mitgetheilte Beobachtung ist nicht neu, obschon nur sehr wenig beachtet, namentlich die plötzliche, deutliche Kochsalzbildung nicht. Ich citire |400| sie nur deßhalb, weil der beschriebene Versuch sich sehr gut eignet, um in Vorlesungen die Gregory'sche Vorschrift zur Darstellung der Salzsäure (polytechn. Journal Bd. LXXXIII S. 360) zu rechtfertigen. Er zeigt direct, daß aus freier Salzsäure und Glaubersalz doppelt-schwefelsaures Natron und Kochsalz gebildet wird. Eben diese Bildung doppelt-schwefelsauren Natrons veranlaßt aber die Anwendung eines doppelten Mischungsgewichts an Schwefelsäure auf ein Mischungsgewicht Kochsalz. (Annalen der Chemie und Pharmacie, August 1850, S. 241.)

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