Titel: Neues Verfahren die Butter zu bereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 8 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi05_8

Neues Verfahren die Butter zu bereiten.

Aus Amerika kam nach Frankreich ein neues Verfahren die Butter zu bereiten, welches für die Landleute sehr vortheilhaft ist.

Nachdem der auf der Milch angesammelte Rahm abgeschöpft ist, muß man ihn in einen Sack von Leinwand bringen, die weder zu fein noch zu dick ist, den Sack zubinden und ihn in ein Loch im Erdboden (im Freien) stecken, das Loch zudecken und den Rahm fünfundzwanzig Stunden darin lassen. Nach Verlauf dieser Zeit nimmt man den Rahm heraus, welcher alsdann sehr hart ist; man zerdrückt ihn mit einem Stößel, damit die Butter herausdringt und gießt hernach ein halbes Glas Wasser hinzu. Die Butter trennt sich sogleich von den Molken. Dieß ist in zwei Minuten geschehen.

Wenn man eine große Menge Rahm hat, muß man ihn länger als fünfundzwanzig Stunden im Erdboden lassen. Im Winter, wenn die Erde gefroren ist, kann man die Operation in einem Keller mit Sand vornehmen.

Dieses Verfahren, wodurch das Butterfaß entbehrlich wird, hat niemals fehlgeschlagen. In der Normandie und im Berry wird die Butter nicht mehr anders bereitet; denn man vermeidet nicht nur Zeitverlust, sondern der Rahm gibt auch mehr Butter und dieselbe ist vortrefflich.

Bisweilen schließt man den Sack in einen andern Sack ein, um zu vermeiden daß Erde mit der Butter in Berührung kommt und sie beschmutzt. J. Bidaut, (Moniteur industriel, 5850 Nr. 1504.)

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