Titel: Schlachtproben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 12 (S. 436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi06_12

Schlachtproben.

Um das Verhältniß des lebenden Gewichts zum Schlächtergewicht und das der nutzbaren Körpertheile zu den übrigen zu ermitteln, hat man besonders in England eine Menge Schlachtproben gemacht und dabei gefunden, daß 100 Pfund lebendes Gewicht im großen Durchschnitte gaben:

a. bei ganz magern Thieren 50 Pfd. Fleisch in den 4 Vierteln sammt Lenden,

b. bei halb fetten 52 Pfd. deßgl.,

c. bei ganz fetten 57 Pfd. deßgl.

In den 4 Vierteln sind dann auf 100 Pfd. Fleisch enthalten

d. bei magern, jedoch gesunden, nicht ausgemergelten Thieren 6 bis 8 Pfd. Talg,
e. bei halb fetten 9 12
f. bei ganz fetten 13 20

Der Kopf mit der Zunge und die Füße betragen gewöhnlich den 19ten bis 20sten Theil des lebenden Gewichts und die Haut den 11ten bis 13ten Theil desselben. Bei letzterer findet verhältnißmäßig die größte Verschiedenheit statt.

Wenn demnach ein zu schlachtender Ochse 1000 Pfd. lebend wiegt, so kann man mit ziemlicher Gewißheit annehmen, daß er geben werde:

1) ganz fett 570 Pfd. Fleisch,
78–171 Talg,
130 Haut, Kopf mit Zunge und Füßen.
–––––––––––
871 ohne Blut, Eingeweide etc.
2) halb fett 520 Fleisch,
80–120 Talg,
130 Haut etc.
–––––––––––
770 ohne Blut, Eingeweide etc.
3) mager 500 Fleisch,
30–40 Talg.
130 Haut etc.
–––––––––––
670 ohne Blut, Eingeweide etc.

Daraus ist auch klar, wie sich bei der gewöhnlichen Art des Viehhandels der Nutzen des Fleischers vermehrt, je fetter das von ihm gekaufte Vieh ist. (Weimarscher Volkskalender.)

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