Titel: Einfache Methode fette Oele zu reinigen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 8 (S. 434–435)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi06_8

Einfache Methode fette Oele zu reinigen.

Die fremdartigen Bestandtheile, welche das Oel in dem Zustande wie es aus der Presse kommt, trüben, sind vorzugsweise Eiweiß und Gallertsäure, welche vermöge ihrer außerordentlichen Anziehung zum Wasser sich sehr aufblähen und in großen Massen im Oel schweben, bis der längere Einfluß einer trockenen Luft das Oel aus |435| dem Wasser entfernt, wo jene Bestandtheile sich dann vom Oele trennen und am Boden der Gefäße ablagern. Kann man sonach schon durch bloßes längeres Stehen die Oele reinigen, so geschieht dieß doch nur sehr langsam, und es ist gewiß nicht ohne Interesse, ein Verfahren kennen zu lernen, welches so einfach ist, daß es leicht in Haushaltungen angewendet werden kann, was mit der bekannten Raffinirmethode mit Schwefelsäure, die nächstdem auch eine nachtheilige Veränderung des Geschmacks der Oele zur Folge hat, nicht der Fall ist. Dasselbe gründet sich auf die Eigenschaft des Gerbstoffs, die genannten fremdartigen Nebenbestandtheile des Oeles niederzuschlagen. Man. wählt hierzu reine und frische Lohe, oder schält sich die Rinde von den glatten und jungen Zweigen der Eiche ab und trocknet sie. Vier Pfund davon übergießt man in einer Flasche mit 8 Pfd. heißen Wassers und läßt sie wohl verstopft einige Tage stehen. Kann die Luft frei zu der Lohe treten, so erhält man eine dunkel gefärbte Brühe, die leicht auch das Oel etwas dunkler färbt. Nun bringt man 100 Pfd. Oel in einen Steintopf, breitet darüber ein leinenes Tuch aus und gießt auf dieses den Inhalt der Flasche, so daß nur die ablaufende Brühe zu dem Oele gelangt. Man bewirkt durch starkes Rühren mit einem Holzstabe eine innige Vermischung des wässerigen Zusatzes mit dem Oele, welches dabei eine milchähnliche Beschaffenheit erlangt, und stellt das Gemenge, nachdem man noch 24 Pfd. kochendes Wasser darunter gerührt hat, zum Klären an einen warmen Ort. Ist das oben aufschwimmende Oel vollkommen durchsichtig geworden, so zieht man es ab und bewahrt es in Flaschen an einem kühlen Ort auf. Der zwischen dem Oele und dem Wasser bleibende Satz liefert durch Filtration noch eine Quantität Oel; man schöpft ihn auf ein ausgespanntes trocknes Tuch, über das man noch einen Bogen Filtrirpapier ausgebreitet hat, wodurch sich das Oel allmählich hindurchzieht. (Nach Journ. d'agriculture aus der Zeitschrift für deutsche Landwirthe, 1850, S. 223.)

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