Titel: Napier's Verbesserungen an den Centrifugalapparaten für Zuckerfabriken.
Autor: Napier, David
Napier, James
Fundstelle: 1851, Band 120, Nr. XXII. (S. 95–98)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/ar120022

XXII. Verbesserungen an den Centrifugalapparaten für Zuckerfabriken und zum Trennen der Flüssigkeiten von festen Substanzen überhaupt; patentirt für die Ingenieure David Napier und James Napier am 4. Juni 1850.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Febr. 1851, S. 65.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Die Verbesserungen bestehen:

1) in der Construction von Centrifugal-Apparaten, bei denen die Zuführung und Entleerung der Substanz während der Centrifugalthätigkeit stattfindet;

2) in hängenden „Hydro-Extractoren“, deren Vibration dem Gebäude worin sie angebracht sind, sich nicht mittheilen kann;

3) in einem verbesserten rotirenden Behälter, welcher so eingerichtet ist, daß er die Entleerung der Substanz in gewissen Intervallen erleichtert, nachdem dieselbe der Centrifugalwirkung ausgesetzt war;

4) im Anbringen einer Bremsvorrichtung an den Trommeln oder rotirenden Behältern der Hydro-Extractoren.

Die Figuren 27, 28, 29 und 30 stellen den ersten und zweiten Theil unserer Erfindung in verschiedenen Ansichten dar. Der die Bewegung mittheilende Riemen ist um die kleine Rolle a geschlagen, welche an dem oberen Ende der Spindel A befestigt ist. Diese Spindel ist oben in dem Querstück B und unten in einer Pfanne c gelagert, welche an dem Boden des gußeisernen Gehäuses angebracht ist. Der cylindrische Theil der Trommel D besteht aus durchlöcherten Platten, welche an einen gußeisernen Boden genietet sind. Dieser Boden ist in der Mitte mit einer Nabe versehen, durch welche die Spindel A tritt. Unterhalb der Nabe ist die Spindel mit Hülfe einer Mutter an die Trommel befestigt. Die Trommel D ist mit einem flachen Kranze d versehen, an welchen mit Hülfe der senkrechten Stäbe e der gezahnte Ring f befestigt ist. E ist eine geneigte Ebene in Form einer Schraube, deren äußerer Durchmesser etwas kleiner als der innere der Trommel ist, so daß sie sich leicht in der Trommel bewegt, wobei ein hinreichender Zwischenraum bleibt, um ein Drahtgewebe einzuschieben. Die Schraubenwindungen werden durch die Stäbe g in geeignetem Abstande von einander |96| gehalten. Diese Stäbe sind oben durch einen starken Ring h mit einander verbunden und unten an eine kreisrunde Platte befestigt, welche mit einem Loche versehen ist, das frei auf die Nabe der Trommel D paßt. An den Ring h sind Wagen i, i, i befestigt mit Rollen, welche so angeordnet sind, daß sie in der abgedrehten Vertiefung des Ringes f laufen; andere Rollen j, j, j sind so an den Ring h befestigt, daß sie gegen den inneren Durchmesser des Ringes f wirken. An den Ring h sind ferner die Träger k, k befestigt, in denen eine Schraube o gelagert ist, welche in den gezahnten Theil des Ringes f greift. An dem einen Ende der Schraubenspindel befindet sich ein Zahnrad l, dessen Zähne so beschaffen sind, daß die an das obere gußeiserne Gehäuse F befestigte geneigte Ebene m zwischen ihnen hindurch sich bewegen kann. Angenommen nun, die Trommel D und mit ihr der gezahnte Ring f und die in diesen greifende Schraube werden in Rotation gesetzt, so tritt die geneigte Ebene m bei jeder Umdrehung in einen neuen Zahn des Rades l, und fetzt dadurch auch die Schraube o in Umdrehung um ihre Achse. Da aber diese Schraube in den Ring f greift, so kommt dadurch die Schraube E innerhalb der Trommel D in einer solchen Richtung in Rotation, daß die in der Trommel befindliche Substanz gehoben und dann vermöge der Centrifugalkraft durch die Oeffnung G ausgeworfen wird. H ist ein Recipient, welcher die ausgeworfene Substanz auffängt.

Wenn die Maschine zur Bearbeitung von mit Syrup gemischten Zuckerkrystallen angewendet wirb, so läßt man die Mischung durch die Röhre I in die Trommel D treten. Wenn nun letztere mit großer Geschwindigkeit rotirt, so tritt die Flüssigkeit durch das Sieb in das Gehäuse C und fließt durch die Oeffnung T aus, während die feste Substanz durch die Schraube E langsam gehoben und oben in einem verhältnißmäßig trockenen Zustande ausgeworfen wird. Die Quantität der in die Trommel geleiteten Substanz kann mit Hülfe einer in der Speisungsröhre I befindlichen Klappe n nach Belieben regulirt werden. Der an der oberen Mündung der Trommel ausgeworfene Zucker fällt zwischen den beiden gußeisernen Gehäusen C und F hinab und sammelt sich in einem mit einem Loch versehenen Sack H aus Segeltuch, unter welchem der zur Aufnahme des Zuckers bestimmte Behälter angebracht ist.

Zur Einführung von Flüssigkeiten in den rotirenden Cylinder D, damit diese auf die darin zu behandelnde Substanz einwirken, ist die Röhre K vorgerichtet und an den oberen Deckel L. befestigt. Das obere Ende dieser Röhre sollte mit dem die Flüssigkeit enthaltenden |97| Behälter in Verbindung gesetzt und ein Hahn angebracht werden, um die Verbindung zu reguliren. Die Lage und Form der Ausgußmündung der Röhre K richtet sich nach Art und Beschaffenheit der zu behandelnden Substanz; die Fig. 27 dargestellte Form derselben eignet sich besonders für Zuckerfabriken. Die Röhre K sollte die Flüssigkeit in einem ununterbrochenen Strome liefern, und da der zu behandelnde Stoff in der Trommel allmählich in die Höhe steigt, so sollte die Flüssigkeit nicht zu nahe an dem oberen Ende der Trommel eingelassen werden, weil sonst der Stoff in feuchtem Zustande die Trommel verließe. Sollte es wünschenswerth erscheinen, während der Rotation verschiedene Flüssigkeiten anzuwenden, von denen eine oberhalb der andern wirkt, so wird für jede derselben eine besondere Röhre erforderlich seyn, und in diesem Falle kann jede Qualität von Flüssigkeit, nachdem sie die Substanz durchdrungen hat, in besonderen kreisrunden Rinnen wie M aufgefangen werden. Oder angenommen, gekörnter Zucker sey die zu behandelnde Substanz, und Syrup oder Wasser werde durch die Röhre K in einem Strahle zugeführt, so wird diese Flüssigkeit durch den Zucker dringen und ihren Weg in den Trog M nehmen, woraus sie durch die Röhre y an den Ort ihrer Bestimmung abgeleitet werden kann. Auf ähnliche Weise leiten wir auch Dampf aus der Röhre r in das Innere der rotirenden Trommel. Das obere und untere Gehäuse C und F hängt mit andern Maschinentheilen an Stangen Z, deren untere Enden mit Hülfe von Schraubenmuttern an das äußere gußeiserne Gehäuse, und deren obere Enden an das Querstück B befestigt sind. An dieses Querstück ist der Ringbolzen N befestigt, mit dessen Hülfe der ganze Apparat in hängende Lage gebracht wird. Die Verbindung zwischen dem Ringbolzen N und dem Aufhängepunkt kann mit Hülfe eines Kugelgelenks bewerkstelligt werden.

Fig. 32 stellt die als der dritte Theil unserer Erfindung bezeichnete verbesserte Trommel dar. Sie enthält einen falschen Boden a2, welcher durch Stangen b2 mit dem nach innen hervorragenden Ring c2 verbunden ist. Radiale Arme d2 dienen zur Verstärkung des Ringes c2 und werden gleichfalls durch die Spindel q getragen. Der Boden a2 besitzt eine lange Nabe p, welche auf die Spindel q paßt. Mit der Nabe p ist eine Vorrichtung verbunden, um den Boden a2 und mit ihm die ganze Füllung mittelst einer Schnur oder auf sonstige Weise zu heben.

Fig. 33 erläutert den vierten Theil unserer Erfindung. Ein Hebel s ist so angeordnet, daß er den Bremsring t hebt und mit der rotirenden |98| Trommel h2 in Berührung bringt, indem er gegen das aufwärts hervorragende Ende drückt. Obgleich wir in obiger Beschreibung von dem Zucker als der zu behandelnden Substanz gesprochen haben, so ist doch klar, daß auch andere Stoffe, z. B. Farbhölzer, zum Behuf der Extraction einer ähnlichen Behandlung unterzogen werden können.

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