Titel: Finnischer Anstrich für Holzwerke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 11 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi01_11

Finnischer Anstrich für Holzwerke.

Unter diesem Namen wird in Schweden ein Anstrich für alle denkbaren Holzwerke gebraucht und sehr häufig angewendet. Seine Zusammensetzuug ist sonderbar. Er besteht aus drei Mischungen, wovon jede für sich bereitet werden muß, und welche dann unter sich erst zum Ganzen vereinigt werden. Die erste Mischung besteht darin, daß man 3 Pfd. Geigenharz in 20 Pfd. Thran in der Hitze und bei geschickter Behandlung löst. Die zweite Mischung wird durch Einrühren von 10 Pfd. Roggenmehl in 30 Pfd. kaltes Wasser, so daß ein gleichförmiger Brei entsteht, hergestellt. Die dritte Mischung ist eine Auflösung von 4 Pfd. Zinkvitriol in 90 Pfd. siedendem Wasser. Sind diese drei Mischungen bereitet, so wird der Mehlbrei in die heiße Zinkvitriolauflösung fleißig und sorgsam eingerührt und, wenn dieses geschehen, der Thran mit dem Geigenharz zugemischt und das Ganze gut und gleichförmig abgerührt. Jetzt ist der Anstrich fertig und wird nur nach Belieben noch mit Erdfarben, als Röthel, Eisenroth, Ambergergelb und dergl. vermischt und angewendet. Er haftet sehr gut, schützt das Holz vortrefflich, und ist in Wind und Wetter sehr dauerhaft. Der Zusatz von Zinkvitriol hält die Würmer ab, die vordem allein diesem Anstriche ankonnten. Es ist daher auch der Verbrauch an Zinkvitriol in Schweden sehr bedeutend, weil man diesen haltbaren Holzanstrich überaus schätzt. (Runge's Chemie Bd. II S. 145.)

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