Titel: Verfahren Cyankalium mittelst des Stickstoffs der atmosphärischen Luft zu fabriciren; von Friedrich Ertel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 9 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi01_9

Verfahren Cyankalium mittelst des Stickstoffs der atmosphärischen Luft zu fabriciren; von Friedrich Ertel.

Das Verfahren zur Fabrication der Cyanverbindungen mittelst des Stickstoffs der atmosphärischen Luft. welches sich Fr. Ertel aus München (Bayern) am 16.Nov. 1846 auf 15 Jahre für Frankreich patentiren ließ, unterscheidet sich von den bisher vorgeschlagenen Methoden dadurch, daß gleichzeitig Wasser oder vielmehr Wasserstoff zur Bildung des Cyans angewandt wird. Es ist folgendes:

Man leitet mittelst eines Ventilators in einen mit Brennmaterial beschickten Feuerraum einen Strom mit Feuchtigkeit gesättigter und zuvor erhitzter Luft; die bei dieser Verbrennung erzeugten Gase treibt man durch eine Säule von Holzkohlen oder Kohks, welche zum Rothglühen erhitzt find, und von da durch ein inniges Gemenge von Kohlenpulver mit Potasche oder Soda oder Kreide, je nach der gewünschten Cyanverbindung. Dieses Gemenge wird ebenfalls fast bis zum Kirschrothglühen erhitzt. Das Eintreiben von mit Wasser gesättigter Luft setzt man fort, bis alle Potasche etc. in Cyanür verwandelt ist. Hierauf beseitigt man dieses Gemenge, und laugt es mit heißem Wasser von 60 bis 68° Reaumur in geschlossenen Kufen vollständig aus.

Mittelst der erhaltenen Auflösungen bereitet man alle anderen Cyanverbindungen wie gewöhnlich.

Die flüchtigen Producte von dieser Verbrennung und der Umwandlung des kohlensauren Kalis etc. in Cyanür entweichen durch den Schornstein; anstatt sie verloren gehen zu lassen, kann man sie aber durch ein Rohr in verdünnte Schwe felsäure oder |78| Salzsäure, oder auch in ein Metallsalz (z. B. Eisenvitriol) leiten, um durch Abdampfen der Flüssigkeit krystallisirtes Ammoniaksalz zu gewinnen, (Le Génie industriel par Armengaud 1851 Nr. 1.)

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