Titel: Ueber den Unterschied in der Structur des Kautschuks und der Guttapercha; von Prof. Page.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 7 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi02_7

Ueber den Unterschied in der Structur des Kautschuks und der Guttapercha; von Prof. Page.

Wenn man Gutta-percha zu dünnen Blättern walzt oder zu Stricken zieht, so verhält sie sich wie eine faserige Substanz, was beim Kautschuk nicht der Fall ist. Ein Streifen welchen man von einem dünnen Blatt Gutta-percha abschnitt, läßt sich in einer Richtung, nämlich in einer Linie mit der Faser, bedeutend strecken, aber er reißt bei jedem Versuch ihn quer zu dieser Linie zu strecken. Anders verhält es sich mit einem Kautschukblatt, welches man in allen Richtungen gleich gut strecken kann. Untersucht man dünne Blätter dieser zwei Substanzen, so bemerkt man einen auffallenden Unterschied in der Textur. Der Kautschuk zeigt wenig oder keine Farbenveränderung, während die Gutta-percha (im Polarisations-Instrument) schöne Erscheinungen darbietet; sie scheint aus Prismen von den mannichfaltigsten Farben gebaut zu seyn, welche gleichsam in einander verflochten sind. Man muß den Kautschuk und die Gutta-percha während der Untersuchung beträchtlich ausgespannt erhalten.

Auf folgende Weise gelang es mir jedoch mittelst Kautschuk einige schöne farbige Zeichnungen hervorzubringen. Man bindet ein sehr dünnes Kautschukblatt über das Ende einer Glasröhre von einem halben Zoll Durchmesser und blast den Kautschuk zu einer Kugel aus, welche man dann gerade über dem Ende der Röhre mit einem Seidenfaden zuschnürt. Der so stark ausgedehnte Kautschuk wird fast durchsichtig, und zeigt in diesem Zustande im Polarisations-Instrument ein bestimmtes System von Farben, ähnlich den farbigen Zeichnungen, welche in einem kreisrunden Stück schnell gekühlten Glases entstehen. (Silliman's american Journal of Science, Januar 1851.)

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