Titel: Neue Art das Horn zu verarbeiten; von Delacroix.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 13 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi05_13

Neue Art das Horn zu verarbeiten; von Delacroix.

Bisher wurden die Hörner der Thiere immer der Länge nach verarbeitet, obgleich sie bei diesem Verfahren an Festigkeit und Elasticität verloren; der Genannte kam daher auf die Idee, die Hörner spiral- oder schraubenförmig zu zerschneiden, um sie hierauf zu Stäben oder Stengeln auszuwalzen. Hierzu sägt man die Spitze von dem Horne eines Ochsen oder sonstigen Thieres bis zur Höhlung ab, so daß der massive Theil wegfällt. Um diesen hohlen Hornkegel auf einen Dorn stecken zu können, legt man ihn in Wasser von solcher Temperatur, daß er erweicht. Nachdem man ihn dann dem Dorn angepaßt hat, bringt man ihn auf die Drehbank, um ihm eine durchgehends gleiche Wandstärke zu ertheilen. Eine besondere Maschine schneidet dann den Horncylinder spiral- oder schraubenmäßig mittelst eines fortrückenden Messers, von dessen schnellerem oder langsamerem Laufe die größere oder geringere Breite der abzuschneidenden Windungen abhängt. Die erhaltene Hornspirale legt man wieder in kochendes Wasser, bis sie so weich geworden ist, daß man sie zwischen zwei genügend erwärmten Walzen zu Stäben oder Stengeln walzen kann. Die so erzielten Hornstengel bringt man nun in eine hohle metallene Form welche der Gestalt entspricht, die man dem Gegenstande geben will, verschließt sie, und legt sie in kochendes Wasser. Nachdem man die Form aus dem Wasser genommen hat, preßt man sie, bis sich die Hornstange allen Höhlungen der Form angepaßt hat; den aus dem Model genommenen Stengel wirft man in kaltes Wasser oder eine ölige Flüssigkeit.

Die so erhaltenen Stäbe oder Stengel von Horn kann man auf bekannte Weise färben; sie können das Fischbein für Regen- und Sonnenschirmgestelle, Spazierstöcke, Reitpeitschen etc. ersetzen. — Zum Einziehen der in siedendem Wasser erweichten Hornspiralen in Metallröhren von verschiedenem Durchmesser dienen eiserne Stangen, an deren einem Ende ein Haken zum Befestigen des einen Endes der Hornspirale befindlich ist. (Moniteur industriel, 1851 Nr. 1515.)

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