Titel: Ueber die nährende Kraft der Kleie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 14 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi05_14

Ueber die nährende Kraft der Kleie.

In einem von Hrn. Duboys abgegebenen Gutachten spricht derselbe seine mit derjenigen des Hrn. Millon (polytechn. Journal Bd. CXII S. 142) übereinstimmende Ueberzeugung aus, daß die Kleie unter der Verdauung günstigen Umständen eine, auch für den Menschen vorzüglich nahrhafte Substanz sey, daß ihr Nährwerth größer sey als derjenige des Roggenmehls, daß sie dem Brod einen angenehmen, aromatischen Geschmack ertheilt und die Eigenschaft länger frisch zu bleiben als das aus stark gebeuteltem Mehl bereitete. Die Kleie enthält wenigstens 90 Proc. nahrhafte Substanzen, nämlich Kleber, Stärkmehl, Fettsubstanzen, und nur 10 Proc. Holzsubstanz. Guter Weizen, der ganz ohne Abgang von Kleie, in feines, gleichartiges Mehl verwandelt wird, gibt folglich ein zur Nahrung des Menschen sehr geeignetes Brod. Daß durch derartige Benützung der Kleie der Ertrag des Feldbaues reicher |398| ausfallen würde, versteht sich von selbst. Auch eine landwirthschafliche Commission zu Gisors sprach sich dahin aus, daß ein aus 3 Thln. feinen Mehls und 1 Thl. in Mehl verwandelter Kleie bereitetes Brod nichts zu wünschen übrig lasse. Uebrigens enthält die Kleie allerdings so viel Fettsubstanz, daß dieselbe die Brodbildung erschwert; sie beträgt darin 5,5 Proc., in schönem Mehl aber nur 1 Proc. Was dem schwarzen Brod sein grauliches Ansehen, seine Durchsichtigkeit und die Eigenschaft ertheilt, mehr Wasser zurückzuhalten als das Weißbrod, ist weniger die darin enthaltene Holzfaser, als die reichlich vorhandene Fettsubstanz. Der Brodbildung kann aber durch specielle Mittel nachgeholfen werden und jedenfalls hat die nachgewiesene Nahrhaftigkeit der Kleie einen großen praktischen Werth. (Moniteur industriel, Nr. 1478.)

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