Titel: Ueber die Nützlichkeit des Salzes als Zusatz zum Viehfutter; von Hrn. Barré.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 16 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi05_16

Ueber die Nützlichkeit des Salzes als Zusatz zum Viehfutter; von Hrn. Barré.

Vor drei Jahren, ehe ich noch das Salz zum Anmachen des Futters für mein Vieh verwendete, befanden sich meine Merinosschafe iu einem kläglichen Zustande; die Mutterschafe hatten keine Wolle, waren mager und viele hatten die Pocken. An Weide und gutem Futter fehlte es ihnen sicher nicht; ich wußte also nicht, welcher Ursache ich deren Hinfälligkeit zuschreiben sollte. Nachdem ich gelesen hatte, daß das Salz die Freßlust der Thiere im Allgemeinen anregt, sonderte ich vier der magersten Mutterschafe und vier Hämmel ab, und gab ihnen ein Futter, dessen tägliche Ration aus 8 Pfd. Stroh und 4 Pfd. Heu von natürlichen Wiesen bestund, welche ich mit einer Auflösung von 9 Loth Salz in 2 Pfd. Wasser anfeuchtete, und sechs Stunden darauf zu fressen gab. Die ersten Tage verschmähten sie dieses Futter, als sie aber nachher den angenehmen Geschmack desselben entdeckten, verschlangen sie es mit Begierde. Ich setzte diese Futterung 40 Tage fort, nach welcher Zeit die Schafe wohlbeleibt und fett waren und sich überhaupt in sehr gedeihlichem Zustand befanden. Wenn ich nun das Salz wegließ, so fraßen sie wieder wenig, selbst mit Widerwillen. Daraus folgt, daß das Salz unentbehrlich für sie ist. Als sie es wieder erhielten, wurden sie fett und reicher an Wolle. Von nun an futterte ich meine ganze Heerde mit bestem Erfolg auf diese Weise.

Die Schweine bedürfen zur Mästung Kartoffeln, Runkelrüben, Kohlrabi oder Kohlrüben (Rutabagas). Meine sehr großen Runkelrüben schneide ich in zwei Stücke und stupfe sie, damit sie beim Kochen das Salz leichter in sich aufnehmen. Auf 120 Pfd. Runkelrüben nehme ich 30 Pfd. Wasser und 1 Pfd. Salz. Nach dem Kochen nehme ich die Rüben aus dem Wasser, zerdrücke und zerrühre sie noch warm, und vertheile sie unter das Vieh, welchem sie sehr wohl bekommen.

Ich hatte zwei Ochsen, welche durch übermäßige Arbeit in den traurigsten Zustand herunter gekommen waren, sich hinlegten und nicht mehr fressen wollten; ich gab ihnen dasselbe Runkelrübenfutter, wodurch sie vollkommen wiederhergestellt wurden.

Nach diesem Verfahren, über dessen Erfolg sich die Zeugen nicht genug wundern können, futtere ich gegenwärtig all mein Vieh.

Wenn ich meine Futtergewächse einheimse, bestreue ich sie jetzt schichtenweise mit Salz, von welchem 1 Pfd. auf 250 Pfd. hinreicht. (Moniteur industriel, 1851 Nr. 1545.)

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