Titel: Ueber neuerdings in den russischen Handel gekommene, durch künstliche Präparation veränderte Felle der Moschusratte (Ondatra, Fiber zibethicus); von J. F. Brandt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 17 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi05_17
|400|

Ueber neuerdings in den russischen Handel gekommene, durch künstliche Präparation veränderte Felle der Moschusratte (Ondatra, Fiber zibethicus); von J. F. Brandt.

In der letzten Zeit wurden mehrern russischen Zollämtern schwarzbraun gefärbte, des Contourhaars zum Theil beraubte Felle zugeführt, die durch ihr dichtes, seidenartiges Wollhaar den auf ähnliche Weise, dem Vernehmen nach in England zubereiteten Fellen der jungen Ohrrobben (Otaria ursina) ungemein ähnelten und als Ersatz des eben genannten, sehr geschätzten Pelzwerkes dienen sollten. Von den beiden Kürschnern, welche von amtswegen dieselben abzuschätzen hatten, hielt sie der eine für sogenannte englische Kaninchenfelle, der andere für Felle des Wychuchol (Myogale moscovitica). Ich selbst war anfangs, ehe ich das Glück hatte, unter einer Masse von 1600 Stück, denen die Füße und der Schwanz stets, die Schnauzen- und Ohrenspalten aber fast durchgängig fehlten, einige Exemplare mit den Ohren und den Augenliedspalten aufzufinden, zweifelhaft über die Thierform, der sie ihren Ursprung verdanken möchten.

Die Länge der Augenliederspalten und ihre gegenseitige Entfernung, sowie die gerundeten, im Verhältniß zur Länge kurzen und breiten, dicht mit Haaren besetzten, im Fell versteckten Ohren nebst ihrem Abstande, endlich die Größe der Felle und die Art der Behaarung ließen keinen Zweifel darüber, daß man es mit theilweis des Oberhaares beraubten, schwarzbraun gefärbten und dadurch denen der Otarien sehr ähnlich gewordenen Fellen des Ondatra (Fiber zibethicus) zu thun habe. Der dem der Nager ähnliche, mit Hülfe des Mikroskops im Vergleich mit dem bei Fiber untersuchte Bau des Flaumhaares lieferte gleichfalls den Beweis, daß die Felle weder einem Kaninchen, noch einem Seehund, noch auch dem ächten Wychuchol zugeschrieben werden konnten, (Bulletin physico-mathématique de l'Acad. de St. Pétersbourg, März 1851, Nr. 205.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: