Titel: Ueber das Schwächerwerden der künstlichen Magnete durch das öftere Trennen des Ankers von denselben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 3 (S. 392–393)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi05_3
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Ueber das Schwächerwerden der künstlichen Magnete durch das öftere Trennen des Ankers von denselben.

Bekanntlich werden Hufeisen-Magnete bedeutend geschwächt, wenn der Anker plötzlich und oft von den beiden Polen losgerissen wird. Um die Gränze zu finden, wie weit durch wiederholtes Losreißen des Ankers die Tragfähigkeit des Magnets herabgebracht werden kann, wurde der Versuch mittelst einer hufeisenförmigen Lamelle von 6″ Höhe, 1″ Breite, 3′″ Dicke und 4 Pfd. Tragvermögen vorgenommen. Dieser Magnet bewirkte vor den Versuchen an dem hierbei verwendeten Magnetometer eine Ablenkung der Nadel von 19°. Nach viermaligem Abreißen des Ankers war die Tragkraft und die Ablenkung unverändert; nach 10maligem Losreißen erstere um 3 Loth, letztere um 0°,5; nach 30maligem respective um 4 Loth und 0°,8 vermindert. Nach 100 Trennungen war keine weitere Schwächung wahrnehmbar. Hierauf wurde der Magnet am Cylinderdeckel einer Dampfmaschine befestigt, und der Anker mittelst einer schwachen Spiralfeder an den Kreuzkopf der Kolbenstange derart befestigt, daß bei jedem Kolbenhub der Anker den Magnet vollkommen berührte und wieder rasch von ihm losgerissen wurde. Die Maschine machte 54 Kolbenhube in der Minute. Der Versuch wurde nun durch 6 Stunden fortgesetzt, während welcher, nach Angabe eines angebrachten Zählers 16,220 Trennungen stattfanden. Nach vorgenommener Prüfung zeigte sich die Tragfähigkeit nur mehr zu 2 Pfd., die Ablenkung der Nadel des Magnetometers kaum 8°. Der Versuch wurde sodann fortgesetzt und nach 30 Stunden und 86,100 Trennungen war die Tragfähigkeit auf 1 Pfd., die Ablenkung auf 7° heruntergebracht. Nach 200stündigem Versuch und 512,000 Ankertrennungen zeigte sich das Trag- und Ablenkungsvermögen unverändert, wie früher, nämlich 1 Pfd. und 7°. Um hieraus Folgerungen ziehen zu können, werden diese Versuche in kleineren Intervallen mit mehr Genauigkeit und empfindlicheren Ablenkungsapparaten vorgenommen werden.

(A. a. O.)

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