Titel: Ueber einen eigenthümlichen Fall von Endosmose.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 5 (S. 393)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi05_5

Ueber einen eigenthümlichen Fall von Endosmose.

Die Weintraubenbeeren, welche bei den Conditoren unter dem Namen Verjus verkauft werden und voll und ausgespannt das Ansehen reifer Traubenbeeren haben, werden aus ganzen Rosinen bereitet, die man mit Weingeist, von 18° Cartier zuerst kalt, dann warm digerirt und hierauf in demselben erkalten und längere Zeit liegen läßt. Die flachen, eingeschrumpften Beeren dehnen sich darin aus, schwellen auf und erhalten wieder ihr früheres Volum.

Die Erklärung dieser Erscheinung ist einfach; die Beere wirkt wie ein Endosmometer; sie enthält nämlich einen concentrirten Syrup, welcher hygrometischer ist als der verdünnte Alkohol, daher zieht der Zucker vermöge der Endosmose durch die Traubenhaut hindurch Alkohol an. Nachdem das mit Alkohol verbundene Wasser in die Beere gedrungen ist, verbinden sich das Zellgewebe und die verschiedenen Substanzen, aus welchen ihr Fleisch besteht, auch der Zucker selbst mit Wasser und concentriren so den endosmosirten Alkohol. Aus diesem Grunde findet neuerdings Endosmose und Aufschwellen der Beere statt. Barreswill. (Journal de Pharmacie, März 1851, S. 184)

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