Titel: Verfahren das Wegfliegen von Steinstücken bei Felsensprengungen zu verhüten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 120/Miszelle 3 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj120/mi120mi06_3

Verfahren das Wegfliegen von Steinstücken bei Felsensprengungen zu verhüten.

Beim Bau der böhmisch-sächsischen Eisenbahn waren sehr viele Felsensprengungen in den ziemlich dicht bewohnten Gegenden des nördlichen Böhmens nothwendig; es war daher an vielen Stellen dieser Bahntrace geboten, den Schaden welchen wegfliegende Steinstücke an den nächst der Bahn gelegenen Häusern verursachen könnten, möglichst zu verhüten. Bei Podbaba unterhalb Prag wurde zu diesem Ende folgendes sehr einfache Schutzmittel bei den daselbst nöthig gewesenen zahlreichen Felsensprengungen mit dem gelungensten Erfolg in Anwendung gebracht.

Nachdem das Sprengloch geladen und der Sprengzünder eingeführt ist, deckt man das Loch mit einem Geflechte von Weidenruthen zu, und läßt den Sprengzünder durch ein in der Mitte dieses Geflechtes angebrachtes und mit Blech ausgefüttertes Loch durchgehen, damit derselbe auf gewöhnliche Art angezündet werden kann. Dieses Weidengeflechte, Hurde genannt, braucht nicht größer zu seyn als sechs Fuß im Gevierte. Sobald der Schuß losgeht, wird es zwar durch den Druck der beim Sprengloche entweichenden Gase gehoben, aber keineswegs fortgeschleudert, und wie oftmalige Anwendung dieser Hurden bewiesen hat, wird die zerstreuende Wirkung des Schusses hiedurch so vollkommen aufgehoben, daß die Felsenstücke in sehr geringer Entfernung von dem Sprengloche liegen bleiben. Durch Anwendung dieser Hurden ist es gelungen, die in sehr naher Entfernung von dem Sprengloche gelegenen Häuser vor jeder Beschädigung zu bewahren. (Zeitschrift des österreich. Ingenieur-Vereins, 1851 Nr. 3.)

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