Titel: Anwendung des vulcanisirten Kautschuks zum Bau der Orgeln und Fortepianos; von Jos. Ed. Van-Gils.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 12 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi01_12

Anwendung des vulcanisirten Kautschuks zum Bau der Orgeln und Fortepianos; von Jos. Ed. Van-Gils.

Die Besetzung mit Leder oder Wollenzeugen, welche die Orgelbauer und Klaviermacher bei ihren Instrumenten anbringen, um den Ton zu dämpfen, verliert bald ihren anfänglichen Grad von Elasticität; ferner wird sie von Insecten zerfressen und in Staub verwandelt. Viele Fortepianos werden daher in wenigen Jahren schon schlecht und lassen beim Spiel ein unerträgliches Geklapper vernehmen.

Die kleinen Messingdrahtfedern, deren man sich zu bedienen pflegt, um das Zurückkehren der beweglichen Stücke der Klaviermechanik in ihre ursprüngliche Lage zu sichern, sobald die Hand des Spielers die entspechende Taste verläßt, haben andere Fehler; sie wirken oft nicht gehörig, zerbrechen — und die Tasten sagen nicht an.

Hr. Van-Gils ersetzt daher sehr zweckmäßig die Belederung und Wollenbesetzung, vorzüglich aber die erwähnten Federn, durch vulcanisirten Kautschuk, dessen Elasticität fast nie abnimmt und der von Insecten nicht heimgesucht wird. Seine Pianos lassen im Bau sowohl als im Ton nichts zu wünschen übrig. — Von seinen Anordnungen hinsichtlich der Unterstützungen des innern Endes der Tasten ist anzunehmen, daß durch die Anwendung schlaffer Kautschukbänder (anstatt über den leeren Raum gespannter Kautschukbänder) als Polster, die letzten Spuren jedes Geräusches beim Fall der Tasten auf die festen Theile des Instrumentes zum Verschwinden gebracht werden dürften. (Bulletin de la société d'Encouragement, April 1851, S. 177.)

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