Titel: Ueber die Aufbewahrung der Eier; von Dr. Schubert.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 8 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi02_8

Ueber die Aufbewahrung der Eier; von Dr. Schubert.

Im polytechn. Journal Bd. CI S. 161 ist dem Bulletin de la société d'Encouragement eine von Itier gegebene Nachricht entnommen, wornach man in China die Eier so lange in gesättigter Kochsalzlösung läßt, bis sie zu Boden sinken, dann abtrocknet und in Kisten legt; sie sollen sich dann mehrere Jahre halten.

Ich kenne zwei Haushaltungen, welche durch diese Vorschrift in Schaden kamen; sie legten ihre Eiervorräthe auf das ganze Jahr in gesättigte Kochsalzauflösung; als sie vergeblich auf das Untersinken gewartet hatten und nach einiger Zeit Gebrauch von den Eiern gemacht werden sollte, zeigte sich der Dotter ganz erhärtet, mehlig und das ganze Ei versalzen. Als mir dieselben gezeigt wurden, brachte ich Eidotter und Eiweiß unmittelbar mit gesättigter Salzlösung zusammen, allein sie blieben Monate lang unverändert, während ein ganzes Ei sich wie die vorgelegte Probe verhielt. Das Erhärten des Dotters muß also auf Wasserentziehung durch Exosmose von Seite des Eihäutchens beruhen.

Nimmt man statt gesättigter eine verdünnte Salzlösung, so erhält man allerdings ein günstiges Resultat.

Ich brachte im September 1846 ein Ei, umgeben von einer Auflösung von 1 Theil Kochsalz in etwa 10 Theilen Wasser in ein im Winter stark geheiztes Zimmer und öffnete es im April 1848, also nach 19 Monaten. Es unterschied sich im Aussehen, Gerüche und Geschmacke durchaus nicht von einem frischen Ei. Der Salzgehalt war kaum durch den Geschmack zu erkennen.

Die Vorwürfe, welche man der Methode gemacht hat, die Eier in Kalkwasser aufzubewahren — welche sich bei uns einer so allgemeinen Anerkennung zu erfreuen hat — gründen sich nur darauf, daß man nicht Kalkwasser mit etwas überschüsssigem Kalk am Boden genommen hat, sondern Kalkbrei, welcher erhärtete, so daß man die gleichsam eingemauerten Eier beim Herausnehmen zerbrach; oder man hatte bereits verdorbene Eier eingelegt und hoffte frische herauszunehmen. (Gem. Wochenschr. des polytechn. Vereins zu Würzburg, 1851, S. 171.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: