Titel: Platten, um in Alkohol aufbewahrte anatomische Präparate in ihrer Lage zu erhalten; von Dr. Moré.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 9 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi02_9
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Platten, um in Alkohol aufbewahrte anatomische Präparate in ihrer Lage zu erhalten; von Dr. Moré.

Das Verfahren, welches man in den Cabinetten für vergleichende Anatomie gewöhnlich anwendet, um zarte Präparate in Alkohol aufzubewahren, besteht darin, daß man sie auf schwarz gefärbte Wachstäfelchen bringt, um sie auszubreiten und durch Befestigung mittelst Stecknadeln oder Cactusdornen an ihrer Stelle zu erhalten. Bisweilen werden aber nach einiger Zeit die Wände des Gefäßes undurchsichtig und die Präparate überziehen sich mit einer Kruste, welche deren Aussehen verändert; dieß rührt daher, daß das Wachs, namentlich im Sommer, sich langsam im Alkohol auflöst und bei sinkender Temperatur sich wieder niederschlägt.

Von dem Director des naturhistorischen Cabinets der Universität zu Pisa, Hrn. Savi, veranlaßt, bestrebte sich der Spitalapotheker Dr. Moré diesem Uebelstand zu begegnen, was ihm auf folgende Weise gelang.

Man nimmt ein Elfenbeintäfelchen von der für den Gegenstand passenden Größe, legt es in verdünnte Salzsäure und läßt es darin, bis ein Cactusdorn leicht hindurchsticht; jedoch nicht zu lange, weil sonst die Salzsäure alle Kalksalze des Elfenbeins auflösen würde, worauf dasselbe sich leicht zusammenrollen könnte und untauglich würde.

Man wascht nun das Täfelchen in reinem Wasser aus, indem man es eine Zeitlang darin liegen läßt; hierauf bringt man es in eine Auflösung von 12 Gran Quecksilberchlorid (Aetzsublimat) in 6 Unzen destillirten Wassers, nimmt es nach 18 bis 20 Stunden wieder heraus und taucht es dann in flüssige Schwefelwasserstoffsäure (Schwefelwasser). In dem Maaße als diese Säure in das organische Gewebe eindringt, zersetzt sie das vorher von demselben absorbirte Quecksilberchlorid und bildet Schwefelquecksilber, welches, die Stelle der entzogenen Kalksalze einnehmend, das Täfelchen bleibend schwarz färbt. Wenn dasselbe gleichförmig schwarz ist, nimmt man es aus dem Schwefelwasserstoff-Wasser und wascht es in reinem Wasser aus, worauf es sogleich zu obigem Zweck angewendet werden kann. (Comptes rendus, Juni 1851, Nr. 22.)

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