Titel: Ueber die Krankheiten der Arbeiter, welche sich mit der Bereitung des schwefelsauren Chinins beschäftigen; von A. Chevallier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 11 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi03_11
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Ueber die Krankheiten der Arbeiter, welche sich mit der Bereitung des schwefelsauren Chinins beschäftigen; von A. Chevallier.

Chinafieber, — Seit meiner frühern Mittheilung (polytechn. Journal Bd. CXVIII S. 158) forschte ich nach, ob die von Hrn. Zimmer in Frankfurt a. M. als „Chinafieber“ bezeichnete Krankheit auch anderswo beobachtet wurde.

Zwei Beobachtungen kamen mir aus Paris und dessen Burgfrieden zu; die erste von Dr. Guérard. Derselbe behandelte vor 12 Jahren im Hospital St. Antoine einen Arbeiter aus einer Fabrik von schwefelsaurem Chinin, welcher in der Fabrik selbst von einem Tertianfieber befallen worden war, gegen welches das schwefelsaure Chinin durchaus nichts ausrichtete; durch Salicin wurde der Kranke geheilt. — Im zweiten Fall wurde der Kranke mit schwefelsaurem Chinin in schwacher Dosis behandelt und genas am dritten Tag.

Neue Nachforschungen von Faraday in England und Dr. Bieckel in Deutschland lieferten nur negative Resultate. Durch Hrn. Schäufele in Thann, welcher bei deutschen Aerzten Erkundignng einzog, erfuhr ich:

1) daß die Arbeiter in einer der bedeutendsten Fabriken von schwefelsaurem Chinin zu Stuttgart bisher noch nie vom Chinafieber befallen wurden;

2) daß alle als herzschlächtig ausgemusterten Pferde, deren man sich zum Treiben der Chinamühlen bediente, durch diese Arbeit geheilt wurden.

Handthierung mit Chinarinde. — Hinsichtlich der Zufälle, welche durch Chinarindensplitter veranlaßt werden können, erfuhr ich durch Hrn. Girard Folgendes: Wenn man gelbe Chinarinde aussucht und die Arbeit mehrere Tage andauert, so verspürt man beinahe allemal, besonders bei großer Hitze, ein Jucken wie von Dolichos pruriens (Juckerbse), welches von dem sehr leicht stattfindenden Eindringen kleiner, nadelförmiger Splitterchen unter die Haut herrührt.

Rother Hautausschlag. — Hr. Bouchut, Arzt an der Pitié, beobachtete bei Individuen die Rheumatismen hatten und mit schwefelsaurem Chinin behandelt wurden, Ausschläge, welcher Fall fünfmal vorkam. Hr. Daubeuf beobachtete mit Glieder-Rheumatismen behaftete Kranke, welche mit schwefelsaurem Chinin in großer Dosis behandelt und geheilt wurden; bei diesen erzeugte sich der Ausschlag bei der Genesung, wo er sich innerhalb 24 Stunden zeigte und wieder verschwand.

Hr. Riviére schlägt vor, das Einimpfen der Materie zu versuchen, welche in den Pusteln der vom Chinafieber befallenen Individuen enthalten ist, weil zu hoffen wäre, daß der Geimpfte nicht nur vor dieser Krankheit, sondern auch vor Sumpffiebern dadurch geschützt würde. (Comptes rendus, Juni 1851, Nr. 25.)

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