Titel: Verfahren von gewissen Kartoffelsorten vier Ernten in einem Jahr zu erhalten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 13 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi03_13

Verfahren von gewissen Kartoffelsorten vier Ernten in einem Jahr zu erhalten.

Bekanntlich fällt die Ernte der Frühkartoffelsorten, welche Anfangs Februar gelegt werden, trotz der Frühlingsreife, im Monat Mai. Nun machte Hr. Leclerc zu Gringrée bei Lüttich 1849 und 1850 den Versuch, die Mutterkartoffel gleich nach dem Ausziehen wieder in dieselbe Grube einzulegen, worauf er in der letzten |240| Woche des Juni eine zweite Ernte vortrefflicher Kartoffeln erhielt. Dasselbe wiederholte er ein drittes- und viertesmal, und erhielt in der dritten Augustwoche und, je nach dem Wetter, Mitte oder Ende Octobers, noch zwei Ernten. — Hr. Morren erklärt diese Erscheinung physiologisch dadurch, daß die Kartoffel, je nach ihrer Race, als Fortpflanzungstheile 1, 2 bis 3 Spirallinien von Augen hat, welche parallel von der Basis des Knollens bis an dessen Spitze laufen; von diesen Augen schlafen die untersten noch, während die obersten treiben und Kartoffeln erzeugen, worauf die mittlern und zuletzt die untersten zur Entwickelung kommen. Nur entschieden frühzeitige Kartoffelsorten haben diese Eigenschaft; welchen großen Nutzen diese neue Erfahrung gewähren kann, ist leicht einzusehen. (Agriculteur-praticien, April 1851.)

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