Titel: Verfahren das Vließ der Schafe auf dem Thier wasserdicht zu machen; von Alexander Mein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 12 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi04_12

Verfahren das Vließ der Schafe auf dem Thier wasserdicht zu machen; von Alexander Mein.

Die Erfindung des verstorbenen James Smith in Deanston, welche sich A. Mein am 7. Decbr. 1850 für England patentiren ließ, besteht darin, daß man das Vließ (wie bekanntlich die Gewebe zum Wasserdichtmachen) zuerst mit einer Auflösung von Alaun und hierauf mit einer Auflösung von weicher (grüner) Seife tränkt, wodurch auf den Wollfasern des so behandelten Schafes eine schwerlösliche Thonerdeseife gebildet wird, welche das Wasser nicht annimmt.

Man löst 20 Pfd. Alaun in 40 Pfd. heißem Wasser auf und vermischt die Lösung mit 360 Pfd. kaltem Wasser; dieses Quantum ist zur Behandlung von hundert Schafen hinreichend. Andererseits löst man 30 Pfd. grüne Seife in beiläufig ebensoviel Wasser auf, als für den Alaun im Ganzen vorgeschrieben wurde.

Um ein Schaf einzutauchen, benutzt man einen etwa 4 Fuß langen und 2½ Fuß weiten Trog, und gießt in denselben beiläufig 210 Pfund der Alaunlösung, welches Quantum zum Behandeln von fünfzig Schafen hinreicht drei Arbeiter können das Eintauchen leicht bewerkstelligen; zwei von ihnen halten die Beine des Thiers, und einer hält dessen Kopf über der Flüssigkeit wenn der Körper eingetaucht ist. Das Schaf wird mit seinen Beinen oberwärts gehalten, dann der Körper eingetaucht und in der Flüssigkeit herumbewegt, wobei die Arbeiter welche die Beine halten, eine Hand benutzen um die Flüssigkeit in das Vließ einzureiben, so daß sie zwischen alle Fasern dringt. Das Eintauchen eines Schafs erfordert beiläufig eine halbe Minute; das Schaf wird dann herauszogen und auf ein an der Seite des Trogs befindliches Brett gelegt, von welchem die abtropfende Flüssigkeit in den Trog zurücklauft. Die Arbeiter müssen die Flüssigkeit so viel als möglich aus der Wolle drücken. Man läßt dann das Schaf auf seinen Beinen stehen bis es fast trocken ist, was in etwa zwei Stunden der Fall seyn wird; das Thier wird hierauf in die erwähnte Seifenlösung getaucht, auf ähnliche Weise wie es für die Alaunlösung beschrieben wurde, wo sodann das Schaf auf die Weide gehen kann.

Wenn die Behandlung sorgfältig ausgeführt wurde, ist jede Faser des Vließes wasserdicht geworden, so daß die Wolle trocken bleiben muß, die Wärme des Thiers folglich gesichert, und das Vließ für die Wollenfabrication verbessert ist. (Repertory of Patent-Inventions, Juli 1851, S. 41.)

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