Titel: Taucherapparat von Hrn. Cavé.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 3 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi04_3

Taucherapparat von Hrn. Cavé.

Dieser Apparat dient, um auf dem Grund der Flüsse und Ströme Arbeiten und Untersuchungen fast mit derselben Leichtigkeit vornehmen zu können, als wenn man die Hindernisse des Wassers nicht zu bekämpfen hätte.

Man kann diesen Apparat verschieden zusammensetzen; im folgenden beschreibe ich denjenigen welcher gegenwärtig auf der Seine, dem Institut gegenüber, in Gebrauch ist.

Auf einem mit einer Dampfmaschine versehenen Ausräumeboot hat man eine große eiförmige Luftkammer von Eisenblech befestigt, welche 7 Meter im Durchmesser und 5 Meter Höhe hat. Beiläufig in der Mitte dieser Kammer wurde eine große Oeffnung angebracht, welche durch den Boden des Boots geht. In dieser Oeffnung, welche mit dem Fluß communicirt, befindet sich ein an beiden Enden offener Cylinder von Blech, welcher bis auf den Grund des Wassers hinabgeschoben werden kann. Die Verbindung welche die Luftkammer schließt, besteht aus einer Lederkappe, welche mit ihrem einen Ende an dem Fußboden der genannten Kammer und mit dem anderen Ende an dem oberen Theil des Cylinders so befestigt ist, daß letzterer je nach der Tiefe des Flusses höher oder tiefer gestellt werden kann. Wenn man den Grund des Wassers untersuchen will, braucht man bloß diesen Cylinder hinabzulassen und die Luft in der Kammer zu comprimiren; das Wasser entweicht dann am unteren Ende des Cylinders, ein Theil des Flusses wird trocken gelegt und die Arbeiter können also auf den Grund hinabsteigen und daselbst ohne Schwierigkeit ihr Geschäft verrichten.

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Um von außen mit der Kammer zu communiciren, dient eine Vorkammer, in welche man hineintreten und aus der man austreten kann. ohne die Arbeiten zu unterbrechen. Wenn man die Thür der Vorkammer öffnet, entweicht die comprimirte Luft, und man bringt nun alles hinein was man nöthig haben kann. Nachdem man die Thür der Vorkammer wieder geschlossen hat, öffnet man die Thür der Kammer, das Gleichgewicht der Luft stellt sich wieder her, und die Arbeiten können fortgesetzt werden. Das Comprimiren der Luft geschieht durch ein Cylindergebläse, welches von der Dampfmaschine getrieben wird.

Ich habe schon zwei größere Taucherboote mit Apparaten dieses Systems für die Correction des Nils geliefert; die Cylinder derselben hatten 6 bis 8 Meter Durchmesser. (Comptes rendus, Juli 1851, Nr. 3.)

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