Titel: Einfache Prüfung auf die Reinheit des metallischen Quecksilbers; von Dr. Haenle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 3 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi05_3

Einfache Prüfung auf die Reinheit des metallischen Quecksilbers; von Dr. Haenle.

Wenn man eine Auflösung von salpetersaurem Quecksilberoxydul in ein kleines Schälchen gießt, einen kleinen Tropfen metallisches Quecksilber von 7–8 Gran hineinbringt, und dann einen Splitter von 1 Gran Zinkblech darauf legt. so wird das erstere diesen packen, gleichsam als wenn es ein lebendes Geschöpf wäre und mit demselben eine kreisförmige Bewegung machen, die so lange fortdauert, bis sich das Zink gänzlich damit amalgamirt hat. Diese bereits bekannte Eigenschaft, welche lediglich Folge galvanischer Thätigkeit ist, führte mich auf den Gedanken, daß sie ein einfaches Mittel abgeben müsse, das Quecksilber auf seine Reinheit zu prüfen, da mit reinem Metalle diese Erscheinung nicht stattfinden könne, sofern man statt obiger Salzsolution gewöhnliche Salpetersäure verwendet. Ich brachte nun versuchsweise in 2 Schälchen gewöhnliche Salpetersäure, und in das eine derselben einen Tropfen ganz reines Quecksilber, welches ich durch langes Stehen unter concentrirter Schwefelsäure gereinigt hatte. Es bewegte sich nur im Anfang einen Augenblick, ohne einen Kreis zu beschreiben, und blieb dann vollkommen ruhig und unbeweglich liegen. Es entwickelten sich langsam Glasblasen aus demselben, es bildete sich salpetersaures Quecksilberoxydul, welches als weißes Pulver das Metall umgab, und die Flüssigkeit wurde kaum merklich grünlich. In dem andern Schälchen, worin ein Tropfen käufliches Quecksilber gebracht wurde, begann dieses sogleich eine lebhafte kreisförmige Bewegung, stets einen dünnen Schweif von feinen Gasbläschen hinterlassend, und dieses dauerte so lange, bis es völlig aufgelöst war. Die Farbe der Flüssigkeit war dunkelgrün. Versteht sich, daß es sich hier nur darum handelt, ob das Quecksilber rein ist oder nicht, dieß kann man aber auf diese Weise mit Sicherheit bestimmen. Bringt man das bisher ruhig gebliebene reine Quecksilber in ein anderes Schälchen, um es von dem Quecksilbersalz zu entfernen, mit frischer Salpetersäure und einem Splitter Zinkblech in Berührung, so entsteht augenblicklich dieselbe kreisförmige Bewegung, auch Wismuth und Zinn bewirken dieses mit reinem Quecksilber ebenso; |394| wenn man das Zink zuvor in Salpetersäure auflöst und reines Quecksilber verwendet, so rotirt dieses. (Buchner's Repertorium für die Pharmacie. 3te Reihe. Bd. VIII. S. 179.)

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