Titel: J. Black's von Edinburgh Maschine zum Falzen von Druckbogen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 3 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi06_3

J. Black's von Edinburgh Maschine zum Falzen von Druckbogen.

Die auf der Londoner Ausstellung befindliche Maschine ist zum Falzen der Bogen bis ins Octavformat eingerichtet; doch kann man auch nach demselben Principe Maschinen construiren, welche für Bücher oder Broschüren anderen Formates verwendbar sind. Um Druckbogen in Octav zu falzen, sind drei Bewegungen erforderlich, erstens, um den Bogen in Folio zu falzen, zweitens, um den so erhaltenen Doppelbogen in Quart und endlich drittens, um den bereits vierfach zusammengelegten Bogen in Octav zusammen zu brechen. Bei der Black'schen Maschine werden diese Bewegungen durch drei Klingen oder Messer bewirkt, deren Rand gezähnt ist, um das Rutschen des Papieres zu verhindern. Sämmtliche Klingen sind an dem einen Ende an besonderen Wellen befestigt, welche gleichzeitig einen Theil einer Umdrehung vor- und rückwärts vollenden und dadurch die Klingen veranlassen, einen Bogen von ungefähr 90 Grad zu beschreiben. Da sämmtliche Klingen gleichzeitig wirken, so enthält die Maschine auch gleichzeitig drei Bogen in verschiedenen Stadien der Falzung. Der Papierbogen wird auf eine horizontale Platform in einer solchen Position aufgelegt, daß die erste Klinge beim Niedergehen auf diejenige Stelle des Bogens trifft, an welcher der erste Bruch gemacht werden soll, und den Bogen durch einen Schlitz in der Platform niederzieht und ihn in eine enge verticale Spalte oder Kammer niederführt. Hierdurch wird der Bogen in Folio gefalzt und in eine verticale Lage gebracht. Nun kommt die zweite Klinge, welche in horizontaler Ebene schwingt, in Berührung mit dem mittleren Theile des gedoppelten Blattes und faltet dasselbe an dieser Stelle, indem es den Bogen in eine enge horizontale Spalte zieht und somit der neue Bruch rechtwinkelig zur verticalen Spalte steht. Die dritte Klinge, welche in verticaler Ebene parallel zur ersten Klinge sich bewegt, zieht den Bogen, nachdem er nun bereits Quartformat angenommen hat, in eine verticale Spalte nieder, bricht ihn somit bis auf Octav zusammen und übergibt ihn sodann einem Paare von verticalen Ablieferwalzen, welche den Bogen aus der Maschine fördern. Die gehörige Accuratesse im Auflegen der Bogen auf die Platform wird durch eine Vorrichtung erreicht, welche aus einer kurzen, verstellbaren Anschlagleiste, die parallel zur ersten Klinge läuft, und einem Vorsprung (projecting neb) besteht, welcher in derselben parallelen Linie liegt. Der die Falzmaschine bedienende Arbeiter faßt den Bogen an dem Rande der Druckschrift und legt ihn so auf die Platform, daß seine Finger mit der Anschlagleiste und dem erwähnten Vorsprunge in Berührung kommen; hierdurch wird bewirkt, daß die Centrallinie des Bogens genau über dem centralen Schlitze in der Platform liegt. Die Stellung des Vorsprunges gibt ferner den Punkt an, wo der Rand der Druckschrift hinfallen muß, damit die nachfolgende Falzung in der entgegengesetzten Richtung recht accurat ausfalle.

(A. a. O.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: