Titel: Die Maschine zum Falten der Briefcouverts von E. Hill und W. de la Rue.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 121/Miszelle 4 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj121/mi121mi06_4
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Die Maschine zum Falten der Briefcouverts von E. Hill und W. de la Rue.

Nachdem die Papierstücke, aus denen Briefcouverts zusammengefaltet werden sollen, auf einer Schwengelpresse ausgeschnitten und mit einer verzierten Oblate versehen worden sind, werden sie Stück für Stück durch einen Arbeiter auf einen viereckigen oder länglich viereckigen Rahmen der Fallmaschine gelegt. An sämmtlichen Ecken dieses Rahmens sind Vorsprünge angebracht, welche zur Führung des Papieres dienen; ferner ist dieser Rahmen mit einem beweglichen, auf Springfedern ruhenden Boden versehen. Ein niedergehender, der Größe der herzustellenden Couverts entsprechender Stempel drückt das Mittelstück des Couverts sammt dem beweglichen Boden in den Rahmen nieder, und biegt dadurch die vier Ecken des erstern in die Höhe. Der Stempel selbst besteht aus zwei verschiedenen Theilen; der erste entspricht den kürzeren, der zweite den längeren Seiten des Couverts und beide Theile können sich unabhängig von einander bewegen. Während die kürzeren Seiten des Stempels in die Höhe gehen, halten die beiden längeren das Papier noch nieder. Während des schieben sich zwei trianguläre Metallstücke über dem Papier zusammen und falten dadurch die Endstücken des Couverts nieder; unmittelbar nachher rückt ein horizontaler (von Stahl, mit einem Pinsel oder einem Schwämmchen am Ende) vor und streicht Gummi oder eine andere adhäsive Materie, welche ihm von einem endlosen Bande fortwährend zugeführt wird, auf die Ränder der Ecken des Couverts. Sodann drückt ein drittes trianguläres Metallstück die dritte Couvertecke auf die beiden gummirten Lappen nieder. Schließlich faltet ein Stempel von der Größe des herzustellenden Couverts noch den vierten Lappen nieder und drückt das Ganze zusammen. Das so gefertigte Couvert wird endlich durch ein Paar Metallfinger, deren Enden mit Kautschuk versehen sind, gefaßt und zur Seite auf ein endloses Band geschoben, welches die fertigen Couverts allmählich fortschafft und unter eine Preßwalze bringt. Während dieser Operation hat sich der falsche Boden bereits wieder im höchsten Stande befunden und empfängt demnächst ein neues Papierstück, welches dieselben Arbeitsstadien durchläuft wie das erste. Die fertigen Couverts werden von der Maschine stoßweise aufgeschichtet. Wird die beschriebene Maschine durch Dampfkraft bewegt, so hat sie zu ihrer Bedienung nur einen Knaben nöthig, der sie fortwährend mit zugeschnittenen Papierstücken speist, und liefert pro Minute 60 Couverts. (A. a. D.) — A. Rémond's Maschine zum Falten der Briefcouverts, welche ebenfalls auf der Londoner Ausstellung in Betrieb zu sehen war, ist im polytechn. Journal Bd. CXIV S. 329 beschrieben und abgebildet.

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