Titel: Black's Maschine zum Zusammenfalten des Papiers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 122, Nr. XXII. (S. 104–107)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj122/ar122022

XXII. Black's patentirte Maschine zum Zusammenfalten des Papiers.

Aus dem Mechanics' Magazine, 1851 Nr. 1461.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Diese Maschine hat auf der Londoner Industrie-Ausstellung die Aufmerksamkeit in hohem Grade auf sich gezogen und durch ihre Einfachheit und Wirksamkeit Bewunderung erregt. Fig. 1 stellt die Maschine im Frontaufriß, Fig. 2 in der Endansicht und Fig. 3 im Grundrisse dar.

A, A ist ein Kasten, welcher das Maschinengestell, B eine Metallplatte, welche das Ende des Kastens bildet und als Basis dient, auf welcher die beweglichen Theile der Maschine befestigt sind. C ist die in den Trägern D, D gelagerte Hauptwelle, welche, in Rotation gesetzt, |105| den verschiedenen faltenden Schienen und Walzen Bewegung ertheilt. E ist die erste Faltschiene, deren Achse in den Trägern F gelagert ist. Fig. 4 stellt diese Schiene mit ihren Verbindungen in einer besonderen Ansicht dar. Auf den Trägern F, F sind zwei Spiralringe G, G befestigt, welche um die Achse des Falters gewunden und so angeordnet sind, daß sie das Bestreben äußern, die Schiene in der Fig. 1, 2 und 3 dargestellten Lage zu erhalten. Auf der Hauptwelle ist, gerade dem Falter E gegenüber, ein Arm H befestigt, so daß derselbe bei erfolgender Rotation der Welle gegen den kurzen Arm J dieses Falters stößt und den letztern veranlaßt, plötzlich die in Fig. 2 durch Punktirungen angedeutete Lage anzunehmen. Das äußere Ende des kurzen Armes J ist mit einer Frictionsrolle versehen, damit die beiden Arme H und J frei über einander hinweggleiten können. Die eben beschriebene Bewegung der Faltschiene E erzeugt die erste Falte oder Verdoppelung des Papierblattes und zwar mit Hülfe folgender weiterer Anordnungen.

In dem oberen Theile des Kastens A befindet sich unmittelbar unter der Schiene E ein langer Schlitz K, K, welcher sich mittelst angebrachter Scheidewände bis zum Boden des Kastens hinab erstreckt, und eine Kammer von gleicher Länge und Tiefe wie der Kasten A, aber nur von 1/4 Zoll Breite bildet. Das zu faltende Papier wird aus freier Hand auf die obere Fläche des Kastendeckels und unter die Faltschiene E gelegt, so daß die Linie, in welcher der Bogen zu falten ist, gerade unter die Schiene und folglich über den Schlitz K, K zu liegen kommt.

In dieser Lage wird das Blatt, bis zu dem Moment wo die Faltschiene sich niederbewegt, durch zwei mit Spitzen versehene Instrumente L, L festgehalten, welche ungefähr 1/16 Zoll über die obere Fläche des Kastens hervorragen, und auf welche der Bogen durch die Finger des Arbeiters leicht aufgedrückt wird. Diese Instrumente sind mit Hebeln M, M verbunden, deren Drehungsachsen an den Seiten des Kastens sich befinden. Die äußeren oder freien Enden dieser Hebel sind mit Gegengewichten N, N versehen, wodurch sie auf die Hauptwelle niedergedrückt und mithin die Spitzen L, L von dem Papier entfernt gehalten werden.

Angenommen nun, ein Bogen befinde sich in der beschriebenen Lage, und die Welle werde in Umdrehung gesetzt, so kommen in dem Moment wo der sich niederbewegende Falter E das Papier erfaßt, zwei unmittelbar unter den Enden der Hebel M, M an der Welle befestigte Daumen O, O gegen diese Enden, und befreien das Papier von dem |106| Halt der Spitzen L, L. Die Faltschiene drückt sofort den Bogen in zwei Blätter gefaltet in die schmale Kammer des Kastens hinab. Sobald nun der Arm H der Hauptwelle außer den Bereich des Arms J an dem Ende der Faltschiene E gelangt, springt die letztere in Folge der Wirkung der Spiralfedern G, G in ihre vorherige Lage zurück und läßt den Bogen in der erwähnten schmalen Kammer. Die erste Faltung des Bogens ist nun fertig; die Daumen O, O sind an den Enden der Hebel M, M vorübergegangen, und die Gegengewichte haben die Instrumente L, L zur Aufnahme eines neuen Bogens wieder gehoben. P ist ein elastischer Aufhälter, welcher den durch das rasche Emporschnellen der Faltschiene erzeugten Stoß auffängt. Die Faltschiene ist zu beiden Seiten glatt, ihre faltende Kante ist jedoch sägenförmig, so daß der Papierbogen weder der Länge nach, noch seitwärts abgleiten kann.

Der Papierbogen befindet sich also jetzt einmal zusammengefaltet in der schmalen Kammer. R, R sind ein paar gleich große in einander greifende Winkelräder, wovon das eine auf der Hauptwelle und das andere auf einer senkrechten Achse Q festgekeilt ist, so daß sich beide Achsen gleichzeitig bewegen müssen. R² ist eine Stange mit parallelen Seiten, welche in Lagern S, S gleitet und durch ein Gelenk T mit einer zweiten Faltschiene U, Fig. 3, verbunden ist. Fig. 5 gibt eine besondere Ansicht dieser Schiene und der unmittelbar mit ihr in Verbindung stehenden Theile. An die senkrechte Spindel Q ist ein Arm V befestigt, welcher, wenn die Spindel rotirt, mit dem an die Stange R² befestigten Arm W in Berührung kommt, und diese Stange von der rechten nach der linken Seite der Maschine bewegt. Die Stange R² selbst bewegt die Faltschiene um einen Viertelskreis rechts. Diese Bewegung der zweiten Faltschiene führt das Blatt aus der oben beschriebenen Kammer in eine zweite ähnliche, seitwärts von der ersteren angebrachte Kammer. Sobald aber der Arm V den Arm W losläßt, werden die Stange R² und die Faltschiene durch die Spiralfedern X, X wieder in ihre vorherige Lage zurückgeschnellt. Somit befindet sich der Bogen jetzt zweifach zusammengelegt in der zweiten Kammer, deren Seiten rechtwinkelig zu der ersteren und parallel zu der oberen Fläche des Kastens A stehen.

Fig. 6 gibt eine besondere Ansicht des dritten Falters a, welcher durch ein Gelenk c mit einer prismatischen Stange d verbunden ist, welche innerhalb der Lage e, e auf- und niedergleitet. Ein an die Hauptwelle C befestigter Arm f kommt bei erfolgender Rotation dieser Welle gegen den an die Stange d befestigten Arm g und hebt diese |107| Stange, welche wieder durch Vermittelung des Gelenkes c den Falter a durch einen Viertelskreis abwärts bewegt, wodurch der in der zweiten Kammer bereits doppelt gefaltete Bogen in eine dritte seitwärts von der zweiten Kammer befindliche schmale Kammer getrieben wird. Die Bewegung der dritten Faltschiene bringt das nunmehr dreifach, d.h. in acht Blätter zusammengelegte Papier in den Bereich des ersten von zwei Walzenpaaren h, h¹, welche vermittelst der Winkelräder i, i in beständiger Rotation erhalten werden. Diese Winkelräder sind von verschiedener Größe, damit in Folge der dadurch erhöhten Geschwindigkeit der Walzen die Maschine um so rascher von den durch sie geleiteten Bogen befreit werde.

Die erste Walze h¹, an deren Achse das Winkelrad befestigt ist, theilt die Bewegung den übrigen Walzen einfach vermöge der Reibung ihrer Oberflächen mit. Die beiden äußeren Walzen sind mit Tuch überzogen und werden mit Hülfe der Regulirungsschrauben k, k stark gegen einander gedrückt, während das innere Walzenpaar sich nicht berührt.

In Folge dieser Anordnung ergreift das innere Walzenpaar den zusammengefalteten Bogen, ohne die Faltschiene mit zu erfassen, und führt ihn dem äußern Walzenpaare zu, wo er je nach Erforderniß mehr oder weniger gepreßt wird. Sobald endlich der Arm f den Arm g frei läßt, werden die prismatische Stange d und die Faltschiene a durch das Gegengewicht d¹ wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgeführt.

Während dieser verschiedenen Operationen des Faltens legt der Arbeiter einen neuen Bogen auf, und so geht die Arbeit in ununterbrochener Weise vor sich. Die Maschine liefert mit einem einzigen Arbeiter 1000 bis 2000 Bogen. Sämmtliche Theile, welche die Bewegungen der ersten und zweiten Faltschiene hervorbringen, sind fest, und bedürfen, nachdem sie einmal gehörig angeordnet sind, selten oder nie einer Adjustirung; die dritte Faltschiene dagegen und die Theile wodurch sie unmittelbar in Bewegung gesetzt wird, sind mit einer bebeweglichen Platte l verbunden, welche vermittelst einer Schraube und Kurbel zwischen zwei Führungen m, m verschoben werden kann, so daß sich die Faltschiene, die Walzen u.s.w. nach der rechten und linken Seite hin bewegen lassen.

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