Titel: Neues Verfahren den Stickstoff zu bereiten; von E. J. Maumené.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 122/Miszelle 6 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj122/mi122mi02_6

Neues Verfahren den Stickstoff zu bereiten; von E. J. Maumené.

Die Verfahrungsarten zur Bereitung des Stickstoffs sind jetzt ziemlich zahlreich, aber mit Ausnahme der Methode, wobei man die atmosphärische Luft durch die Metalle zersetzt, lassen sie hinsichtlich der Einfachheit zu wünschen übrig. Folgendes Verfahren dürfte vielleicht vorzuziehen seyn, obgleich es mit dem Stickstoff zugleich Chlor gibt; es besteht darin, das salpetersaure Ammoniak in Berührung mit Salmiak zu erhitzen.

Man hat theoretisch:

2 (Az O⁵ . H³ Az . HO) + H³ Az . HCl = 5 Az + Cl + 12 HO.

Der Versuch stimmt mit der Theorie überein; sobald das Gemenge die Schmelztemperatur des salpetersauren Ammoniaks erreicht, stellt sich eine sehr lebhafte Wirkung ein, welche die angegebenen Resultate liefert. Man kann dann sogleich das Feuer zurückziehen; die Zersetzung dauert fort und beendigt sich fast gänzlich von selbst.

Eine so ausgeführte Darstellung des Stickstoffs könnte aber aus zwei Gründen gefährlich werden: 1) weil sie mit großer Schnelligkeit Producte liefert, welche alle gasförmig sind; bei Anwendung eines etwas großen Quantums von Material wäre daher jederzeit eine Explosion möglich; 2) weil das Gemenge der beiden Salze teigig wird, sich beträchtlich aufbläht und in dem Hals der Retorte erstarrt, welchen es bald ganz verstopft.

Diesen Schwierigkeiten ist leicht abzuhelfen; es genügt dazu, keine große Masse von dem Gemenge auf einmal anzuwenden und beiläufig dessen vierfaches Gewicht Sand zuzusetzen. Der Versuch wird dadurch ganz leicht ausführbar. In kurzer Zeit bewirkt die Wärme die Entbindung der Gase ohne Rauch und ohne Aufblähung. Man vermindert dann ein wenig das Feuer und die Operation geht schnell mit großer Regelmäßigkeit vor sich. Man nimmt:

75 Gramme trockenes salpetersaures Ammoniak,
25 „ trockenen Salmiak,
400 „ Sand.

Damit erhält man 26 Liter trockenen Stickstoff und 5 Liter Chlor.

Ich brauche kaum zu bemerken, daß die Temperatur hoch genug ist, daß man die Bildung von Chlorstickftoff nicht zu befürchten hat. Wenn man die für das Gemenge angegebenen Verhältnisse genau einhält und wenn die Salze rein sind, so erhält man bloß Wasser, Stickstoff und Chlor. (Moniteur industriel, 1851 Nr. 1598.)

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