Titel: Ueber das Aneroïdbarometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 122/Miszelle 2 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj122/mi122mi04_2

Ueber das Aneroïdbarometer.

Lovering hat den Gang des Aneroïdbarometers (welches im polytechnischen Journal Bd. CXI S. 107 beschrieben wurde) im Vergleich mit dem des Quecksilberbarometers einer ausführlichen Untersuchung unterworfen, um den Grad der Zuverlässigkeit des ersteren kennen zu lernen und seine Versuche in Silliman's Journal, Bd. IX S. 249 veröffentlicht. – Zunächst wurde der Gang beider Instrumente bei Verdünnung und Verdichtung der Luft unter der Glocke der Luftpumpe verglichen. Der Zeiger des Aneroïdbarometers hatte einen Spielraum, welcher dem von 20 bis zu 31 Zoll des Quecksilberbarometers entsprach; er ging bei Verdünnung der Luft rascher wie das Quecksilberbarometer, mit veränderlicher Differenz beider Instrumente, welche von 0,1 bis 0,5 Zoll schwankte. Erst in der Nähe der Gränze des Spielraumes nahmen die Differenzen wieder ab, wechselten ihr Zeichen und das Aneroïdbarometer hörte von da an auf brauchbar zu seyn. Die Vergleichung beider Instrumente bei den gewöhnlichen atmosphärischen Schwankungen gab den Stand des Aneroïdbarometers immer etwas zu niedrig, auch war derselbe nicht ganz unabhängig von der Temperatur. Die Correction für 1° C. betrug 0,0021 Zoll. – Lovering überzeugte sich ferner, daß der Zeiger des Aneroïdbarometers, wenn die Luft unter der Glocke der Luftpumpe verdünnt und dann wieder auf die frühere Dichte zurückgebracht wurde, nicht genau wieder auf den vorigen Stand zurückkehrte, sondern bis zu 0,1 Zoll Barometerdruck davon abwich. – Der genannte Physiker glaubt hiernach daß das Aneroïdbarometer dem Seemann recht gut dienen könne, um große Störungen im Zustand der Atmosphäre, welche den Stürmen vorangehen, zu erkennen; daß aber weder für meteorologische Beobachtungen noch für Höhenmessungen jenes Instrument eine hinreichende Zuverlässigkeit biete. (Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie, Physik etc. von Liebig und Kopp. Gießen 1851.)

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