Titel: Evrard's Verfahrungsarten um die positiven Lichtbilder chemisch zu färben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1851, Band 122/Miszelle 5 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj122/mi122mi04_5

Evrard's Verfahrungsarten um die positiven Lichtbilder chemisch zu färben.

Man erhält diese Farben, wenn man in ein Bad, welches aus einem Theil unterschwefligsaurem Natron auf sechs Theile Wasser zusammengesetzt ist, hineingießt entweder: erstens, einige Tropfen Ammoniak, welches das Bad alkalisch macht und einen röthlichen Sepiaton hervorbringt; oder zweitens einige Tropfen Essigsäure, welche die Auflösung sauer macht und durch die violetten Farben in ein schönes Schwarz übergeht. Ein etwas ähnlicher Effect wird durch den Zusatz von ein wenig Salpetersäure oder Schwefelsäure hervorgebracht, aber die Lichter des Bildes können dabei leicht Flecken bekommen; wenn man jedoch in diesem Falle ganz wenig essigsalpetersaures Silber zusetzt, so werden die Töne sehr geschwärzt und der Effect ist ein sehr guter. Aus diesem Grunde sind alte Auflösungen von unterschwefligsaurem Natron, die also mit Silbersalzen imprägnirt sind, den frischen bei der Darstellung der Lichtbilder vorzuziehen. Die erste Wirkung alter Bäder besteht darin, daß sie den Farben Festigkeit geben, die Nachwirkung ist, daß sie dieselben verdünnen. Wenn die Wirkung über diese Gränze hinaus fortdauert, so entsteht ein gelber Ton, wie mit allen sauren Bädern. Durch Anwendung verschiedener Bäder kann man also das Bild auf einen gewünschten Ton bringen; ist es zu dunkel, so bringt man es in ein alkalisches Bad, ist es hingegen zu hell, in ein saures Bad; die Anwendung dieser Bäder erfordert jedoch einige Erfahrung, und man darf niemals das Bild aus einem alkalischen Bad in ein saures, oder umgekehrt, bringen, ohne daß man es vorher neutral gemacht hat, nämlich durch Waschen und nachheriges Eintauchen in eine neutrale Auflösung von unterschwefligsaurem Natron während einer bis zwei Minuten. Wenn man in das unterschwefligsaure Bad einige Krystalle von essigsaurem Zink gibt, so erhält man einen eigenthümlichen röthlichvioletten Ton. In diesem Falle muß man das Bild in die Auflösung von neutralem unterschwefligsaurem Natron bringen und dann durch das eben erwähnte Bad nehmen, also das saure oder alkalische Bad vermeiden. Wenn man das Bild hernach in ein saures Bad bringt, erhält es einen dunkelvioletten Ton, aber die eigenthümliche Wirkung des essigsauren Zinks geht dabei verloren. Die genügende Wirkung dieser Bäder hängt sehr von dem Zustand des Bildes ab; ist dasselbe schwach, so verliert es durch die entfärbende Wirkung der Bäder bald alle Kraft; wenn das Bild hingegen sehr kräftig ist, so wird es das Bad ganz gut aushalten und durch dasselbe verbessert werden, indem die weißen Stellen immer klarer werden. Wenn |318| man daher ein Bild in einem solchen Bade behandeln will (wobei vorausgesetzt wird, daß vorher das gewöhnliche unterschwefligsaure Bad angewandt wurde), so muß es eher zu kräftig als zu schwach dargestellt worden seyn. (Practical Mechanics' Magazine, Nov. 1851, S. 191)

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