Titel: Bestimmung der Geschwindigkeit des Regens; von Hrn. Rozet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 8 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi01_8
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Bestimmung der Geschwindigkeit des Regens; von Hrn. Rozet.

Wenn bei ruhigem Wetter der Regen senkrecht fällt, liefern die Eisenbahnen ein Mittel, um die Geschwindigkeit seines Falles sehr genau zu bestimmen.

Das Fenster eines Eisenbahnwagens ist ein Rechteck, dessen große Seite ziemlich parallel mit der Linie ist, die ein Regentropfen durchläuft, welcher senkrecht fällt, während der Wagen in Ruhe ist; sobald sich der Wagen aber in Bewegung setzt, sieht man, daß sich die Regentropfen im entgegengesetzten Sinne seines Laufes neigen, wobei sie jedoch unter sich parallel bleiben. Einer der Tropfen geht durch die Spitze des oberen Winkels des Rechtecks, welches zuerst abfahrt, und trifft an einem gewissen Punkt die entgegengesetzte große Seite. Wenn man durch diesen Punkt eine Horizontale zieht, so erhält man ein zweites Rechteck, bei welchem das Verhältniß der Seiten dasselbe ist wie dasjenige zwischen der Geschwindigkeit des Bahnzugs und des Regens.

Als ich mich unlängst auf der Eisenbahn zwischen Beaune und Dijon im Postzug befand, fiel der Regen in großen Tropfen senkrecht auf allen Stationen zwischen diesen beiden Städten, und ich fand, daß die zwei Seiten des Rechteckes ziemlich gleich waren.

Auf der Eisenbahn macht der Postzug ungefähr 40,000 Meter in der Stunde, was 11 Meter per Secunde für die Geschwindigkeit des Regens ergibt, welcher während der Zeit meiner Beobachtung auf der Oberfläche der Erde anlangte. Dieses Mittel die Geschwindigkeit des Regens zu messen, läßt sich leicht vervollkommnen. (Comptes rendus, Novbr. 1851. Nr. 21.)

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