Titel: Verfahren die Baumölseife auf einen Zusatz von Talg zu untersuchen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 6 (S. 165–166)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi02_6
|166|

Verfahren die Baumölseife auf einen Zusatz von Talg zu untersuchen.

Die Baumölseife enthält nicht selten mehr oder weniger Fett und bisweilen wird sogar bloße Talgseife als Baumölseife verkauft. Auf folgende einfache Weise kann Jedermann untersuchen, ob die Seife mit Oel oder mit Fett bereitet ist.

Man löst ein wenig von der Seife in einem halben Trinkglas voll Wasser aus; wenn die Auflösung vollständig ist, versetzt man die Flüssigkeit mit zwei oder drei Löffeln voll gutem Essig oder fünfzehn Tropfen Schwefelsäure, um das Alkali zu neutralisiren. Unmittelbar nach dieser Vermischung trübt sich die Flüssigkeit und der Fettstoff scheidet sich vom Wasser. Man rührt schwach mit einem Span um, an welchen sich das Fett anhängt, wenn die Seife solches enthält während nach kurzer Ruhe das Oel obenauf schwimmt und also leicht zu erkennen ist, wenn es die Grundlage der Seife bildet.

In den meisten Fällen wird man beim Prüfen gewöhnlicher Seifen ein Gemenge von Oel und Fett erhalten, welches mehr oder weniger compact ist, je nachdem die Seife mehr Oel oder mehr Fett enthält. Ost wird sich fast reines Fett abscheiden, welches dann ganz an dem Span hängen bleibt.

Bei dieser einfachen Operation muß man die Temperatur berücksichtigen. Würde man diese Probe in der Wärme anstellen, so ginge das Fett in flüssigen Zustand über und könnte mit dem Oel verwechselt werden; man müßte in diesem Falle die Mischung erkalten lassen, bevor man das Resultat beurtheilt. Würde man hingegen den Versuch bei zu kalter Witterung anstellen, so könnte das Oel gefrieren und folglich für Fett genommen werden. Es ist daher nothwendig, daß die Flüssigkeit bei der Probe die mittlere Temperatur hat. Limouzin-Lamothe. (Journal de Chimie medicale, April 1851, S. 237.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: