Titel: Maschine zum Dreschen von Klee.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 9 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi02_9

Maschine zum Dreschen von Klee.

Im Gute Blicken bei Gumbinnen in Ostpreußen wurde im vorigen Winter vom Besitzer Hrn. Reitenbach an einer transportablen Dreschmaschine folgende Vorrichtung zum Dreschen des Klees angebracht, die sich als sehr zweckmäßig bewährt hat, und deren Beschreibung wir daher zur Nachahmung folgen lassen.

Von der Pflegelwelle wurden die Pflegel entfernt, und statt deren ein hölzerner Cylinder aufgestreift und festgekeilt. Die Enden dieses Cylinders waren aus starken Eichenplanken gearbeitet, und nur in der Mitte ein Eisen aufgeschroben, durch welches die Welle ging. Diese beiden Scheiben waren durch leichte Bretter zu einem Cylinder verbunden, und dieser mit starkem Eisenblech beschlagen, welches vorher in ein sehr grobes Reibeisen verwandelt war; daß der so fertige Cylinder genau den Umfang der Pflegel haben muß, versteht sich von selbst. Um wenn der Cylinder wieder entfernt werden soll, die Keile herauszubekommen, waren in den Eichenscheiben auf beiden Enden Löcher eingebohrt, die, um das Hineinfallen des Kleesamens zu verhüten, mit einer drehbaren Eisenblechscheibe verschlossen waren, durch die nun die festsitzenden Keile mit einer eisernen Brechstange leicht herausgestoßen werden konnten. – Ferner war das untere Segment der Trommel entfernt, und statt desselben ein von Eichenholz in derselben Art, nur etwa 4 Zoll länger gearbeitetes, eingesetzt, welches auf seiner innen, Seite mit einem eben solchen Reibeisen wie der Cylinder beschlagen war. – Somit war die ganze billige Vorrichtung vollendet.

Was nun die Anwendung betrifft, so wurden zuerst auf der gewöhnlichen Maschine die Köpfchen vom Klee abgedroschen, was bei sehr dichter Stellung der Pflegel an die Trommel mit einemmale erreicht wird; dann wurde in die Dreschmaschine der angegebene Apparat hineingesetzt und bei sehr dichter Stellung die Köpfchen zweimal durchgelassen, womit sie vollständig ausgedroschen waren.

Zu bemerken ist noch, daß während sonst 4 Pferde die Maschine in Bewegung setzen, beim Kleedreschen mit dem beschriebenen Apparat 2 Pferde genügen, ja sogar nicht mehr genommen werden dürfen, damit, wenn ein Hemmniß in die Vorrichtung kömmt, die Pferde stehen bleiben und sie nicht zertrümmern, was beim Betriebe mit 4 Pferden gewiß geschehen würde.

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