Titel: Die Fabrication künstlichen Leders, von P. Webley in Birmingham.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 4 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi03_4
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Die Fabrication künstlichen Leders, von P. Webley in Birmingham.

Das künstliche Material, welches als Surrogat für das gewöhnliche Leder dienen soll, bereitet man nach diesem (am 30. Octobr. 1851 für England patentirten) Verfahren aus den Abschnitzeln und Abfällen des Leders. Dieselben werden zuerst einige Zeit in warmes Wasser eingeweicht um sie zu reinigen; man nimmt sie dann heraus, trocknet sie theilweise in einem Centrifugalapparat, und legt sie hernach in eine Leimauflösung, bis sie vollkommen damit gesättigt sind. In diesem gesättigten Zustande werden sie flach und eben in ein Metallgehäuse geschichtet, welches oben offen, an den Seiten und am Boden aber durchlöchert ist, damit der flüssige Theil entweichen kann. Das so gefüllte Gehäuse bringt man nun unter eine kräftige Presse, deren Druckplatte genau in das Innere des Gehäuses paßt, und comprimirt die Lederstücke zu einer compacten Masse, wobei die von denselben zurückgehaltene überschüssige Flüssigkeit entweicht. Die aus der Presse genommene Masse wird getrocknet und dann in einer besondern Maschine mittelst Raspeln und Messern in kleine Theilchen verwandelt, welche man hierauf mit heißem Wasser behandelt, um den vorher angewandten Leim aufzulösen. Nachdem das Material vollkommen erweicht ist, nimmt man es in breiartigem Zustande heraus, wäscht und trocknet es im Centrifugalapparat. In diesem Zustand wird es in Trögen von Drahttuch ausgebreitet, die man in geheizte Kammern stellt. Nachdem das Material auf diese Art gut getrocknet worden ist, vermischt man es mit Gutta-percha (oder Kautschuk); letztere wird zu diesem Zweck in einem mit Dampfgehäuse versehenen Kessel erweicht, das getrocknete Material zugesetzt und durch Umrühren ihr vollkommen einverleibt. Nachdem die Mischung geschehen ist, läßt man den Boden des Gefäßes, welches wie ein Kolben geformt ist, in die Höhe steigen, welcher die Composition mit sich nimmt, die dann aus einem geeigneten Canal austritt und zwischen Walzen gelangt, um zu einem Blatt ausgewalzt zu werden. (Practical Mechanic's Journal, Januar 1852, S. 226.)

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