Titel: Holzmosaikarbeiten von Podany in Wien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 10 (S. 328)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi04_10

Holzmosaikarbeiten von Podany in Wien.

Wenn wir gleich die Fertigung von Arbeiten in Holzmosaik bei vielen Ebenisten als etwas Bekanntes voraussetzen dürfen, so möchten doch wohl wieder manchen Schreinern Vorschriften zur richtigen Anfertigung der erwähnten Verzierungen nicht ganz unwillkommen seyn.

Nach Podany verwendet man Ahornholz, welches im Januar geschlagen werden soll. Nachdem es vier Wochen hindurch oder längere Zeit gelegen hat, wird es über die Hirnseite in Furnüre geschnitten, wodurch beide Seiten des Furnürblattes eine gleiche Holzspielung zeigen. Der Schnitt braucht übrigens nicht quer, sondern er kann auch schräg gegen die Richtung des Kerns gemacht werden. Die erhaltenen Furnüre werden gebeizt und in verschiedenen Tönen gefärbt, wobei der Umstand Vortheile bietet, daß die Hirnseite des Holzes die Farben viel leichter und dauerhafter annimmt, als die Längenseite. Die Furnüre, welche weiß bleiben sollen, werden in Alaunwasser, das einen Zusatz von Kremserweiß hat, gekocht.

Die auf solche Art behandelten Hirnholz-Furnüre werden nun nach verschiedenen Farbenzusammenstellungen so auf einander geleimt, daß sie mehr oder minder starke Klötze bilden. Diese werden wieder, jedoch nach der Richtung der Längenseite des Holzes, in Furnüre geschnitten, welche man entweder unmittelbar zu jenen Mosaikarbeiten verwendet, oder neuerdings in mannichfaltigen Anordnungen und Farbencombinationen zusammenleimt und zum drittenmale in Furnüre schneidet, die wieder zur Herstellung farbiger Mosaikarbeiten dienen. Daß die Furnüre nach dem Zusammenleimen in geeigneten Zwingen eingespannt werden müssen, braucht kaum erwähnt zu werden.

Auf solche Art erhält man sowohl streifenförmige, als auch punktartige, verschieden gefärbte Bestandtheile für Holzmosaik, wobei jedoch immer nur gerade Lineamente erscheinen. Wenn aber gekrümmte nöthig sind, so werden die zusammenzuleimenden Furnüre in Zwingen eingespannt und gebogen, deren Backen die erforderliche Krümmung bedingen.

Da durch Abschneiden der farbigen Furnüre von einem und demselben geleimten Klotze auch jederzeit gleiche Arbeit vielfältig erhalten wird, so begünstigt diese Verfahrungsart eine verhältnißmäßig sehr wohlfeile Herstellung von ebenso mannichfaltig, als vielfältig gleich herzustellenden Holzmosaikarbeiten. (Tischler- und Drechsler-Zeitung.)

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