Titel: Ueber den Unterschied zwischen Braun- und Steinkohlen, hinsichtlich ihrer Aschenbestandtheile und Destillationsproducte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 8 (S. 326–327)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi04_8

Ueber den Unterschied zwischen Braun- und Steinkohlen, hinsichtlich ihrer Aschenbestandtheile und Destillationsproducte.

Ueber die Aschenbestandtheile und Destillationsproducte der Braun- und Steinkohlen wurde von Hrn Dr. P. Kremers eine (in Poggendorffs Annalen 1851, Nr. 9 mitgetheilte) Untersuchung ausgeführt, welche bestätigt, daß selbst solche Kohlen, in denen noch deutliche Pflanzenzellen wahrgenommen werden können, die unorganischen Bestandtheile, welche zur Zeit der Ablagerung in ihnen vorhanden waren, nicht mehr enthalten, und daß dieselben durch andere ersetzt sind. So konnten z.B. kaum Spuren von Phosphorsäure in ihnen gefunden werden, Alkalien fanden sich nur in sehr geringer Menge. Die unorganischen Bestandtheile der Asche |327| schienen zum größten Theil von einer Beimengung des Schieferthons herzurühren, welcher die Kohlen umgibt; sie sind daher in allen Stein- und Braunkohlen dieselben. Hinsichtlich der Producte der trockenen Destillation von Braun- und Steinkohlen fand der Verf. bestätigt, daß diejenigen der Braunkohlen (auch der erdigen) eine durch Essigsäure bewirkte saure, hingegen diejenigen der Steinkohlen eine ammoniakalische Reaction zeigen. In den Destillationsproducten der Steinkohlen konnte weder freie noch an Ammoniak gebundene Essigsäure nachgewiesen werden. Diejenigen der Braunkohlen enthielten diese Säure in geringer Menge, doch rührte die saure Reaction zum Theil von Schwefelwasserstoff her. Uebergänge zwischen Braunkohlen und Steinkohlen konnten in dieser Beziehung nicht aufgefunden werden. Von dem Ammoniak der Kohlen ist ein Theil schon fertig gebildet in denselben enthalten, wie sich durch die Destillation des wässerigen Auszugs von Steinkohlen mit Natronlauge auch ergab. Das mit Salzsäure versetzte Destillat gab Salmiak. Wahrscheinlich enthalten die Steinkohlen das Ammoniak als schwefelsaures Salz.

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