Titel: Der Fichtenkäfer und seine Abhaltung von den Fichtenwaldungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 11 (S. 475–476)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi06_11
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Der Fichtenkäfer und seine Abhaltung von den Fichtenwaldungen.

Eine im J. 1832 in der Gemeindewaldung Petit-Mont am westlichen Abhang der Vogesenkette angesäete Fichtenwaldung, welche auf das Schönste herangewachsen war und im Winter 1849/50 zu lichten angefangen wurde, war gegen Ende August 1851 in dem Grade von Insecten überfallen, daß der Boden von jungen Zweigen bedeckt war und die Fichtenpflanzung wie ein vom Hagel getroffenes Feld aussah. Die von Hrn. Chevandier angestellte Untersuchung ergab den Stutzbauchkäfer. Fichtenkäfer (Hilesinus piniperda) als den Thäter, und wies mehrere bei der Abholzung begangene Fehler nach, nämlich: 1) das zu weit getriebene Abtreiben in jungen Fichtenwaldungen, das Zuhochschlagen der Stamme über dem Boden und das lange Liegenlassen des geschlagenen Holzes oder der vom Winde umgerissenen Bäume können bedeutende Verheerungen von Seite des Fichtenkäsers zur Folge haben, 2) da dieser Käfer in der Regel im Monat Juli auskriecht, muß das in Fichtenwaldungen geschlagene Holz vor dieser Zeit schon abgeräumt werden; 3) manchmal erscheint (im Widerspruch mit Ratzeburg) dieses Insect im Spätherbst wiederholt sehr zahlreich (wahrscheinlich in Folge einer zweiten Zeugung, wie es bei mehreren Holzfressern der Fall ist); 4) es dürfen daher den ganzen Sommer hindurch keine gefällten Bäume und kein abgestandenes Holz in den Fichtenwaldungen liegen gelassen werden. – Hr. Eug. Robert machte zwar schon im J. 1847 darauf aufmerksam, daß die Verbreitung besagter Insecten von dem unbehauen liegen bleibenden Holze ausgehe, und empfahl, sobald man deren Larven darin wahrnehme es sogleich zu verbrennen oder zu schälen, indem die Rinde der Sitz des Insectes ist, oder auch solches Holz unter Wasser zu bringen. Hr. Chevandier bemerkt dagegen aber mit Recht, daß wenn man das Insect bereits im Holze findet, diese Mittel zu spät kommen, während, um das Auftreten des Insects sogleich zu bemerken, eine höchst sorgfältige, nie ausführbare Ueberwachung der Wälder erforderlich wäre; durch seinen Vorschlag würde aber dem Erscheinen des Insects im voraus vorgebeugt. (Comptes rendus, Januar 1852, Nr. 2, 3 und 4.)

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