Titel: Conservirende Anstriche für Holz, Metalle, Mauern, Mörtel etc., welche sich A. V. Newton in London am 19. Novbr. 1850 als Mittheilung patentiren ließ.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 123/Miszelle 6 (S. 472–474)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj123/mi123mi06_6

Conservirende Anstriche für Holz, Metalle, Mauern, Mörtel etc., welche sich A. V. Newton in London am 19. Novbr. 1850 als Mittheilung patentiren ließ.

Zu diesem Zweck bereitet man ein Gemenge folgender Substanzen:

Zinkfeilspäne 14 Gewichtstheile
Eisenfeilspäne 1 –
Zinkoxyd 369 –
rothes Eisenoxyd 273 –
Kieselerde 70 –
Thon 3 –
Holzkohle 47 –
kohlensaures Zinkoxyd 223 –
–––––––
1000

Diese Substanzen werden zuerst in ein sehr feines Pulver verwandelt und dann mit trocknendem fettem Oel (am besten einer Mischung von 2 Th. Leinöl und 1 Th. Mohnöl) abgerieben. Die so bereitete Composition wird gerade so wie gewöhnliche Oelfarbe angewandt, nachdem man sie zuvor mit einer Mischung von 2 Th. trocknendem Oel und 1 Th. Terpenthinöl verdünnt hat.

Zwei Anstriche oder Schichten dieser Composition (auf welche dann eine beliebige Farbe aufgetragen werden kann) sollen hinreichend seyn, um die Oberfläche feuchter Wände gegen den Einfluß der Witterung zu schützen, so daß sie weder Risse bekommen noch sich abschuppen. Die Composition ist eben so anwendbar bei Holz, Metallen etc., und läßt sich daher bei Bauten aller Art, z.B. bei Schiffen, Pfeilern, Pfahlwerk, Eisenbahnschwellen, Thoren, Brücken etc. mit Vortheil benutzen.

Um die Composition bei steinernen Wänden, Mörtel oder Cement anzuwenden, muß man dieselben zuerst gut abkratzen und von allem früheren Anstrich befreien, worauf man sie mit einer Mischung von 1 Th. concentrirter Schwefelsäure und 5 Th. Wasser gut trankt; von dieser Flüssigkeit muß man so lange auftragen, bis kein Aufbrausen mehr entsteht. Man läßt hierauf die Oberfläche trocknen, und bringt drei Ueberzüge der erwähnten Composition darauf an, wobei jeder Ueberzug trocken geworden seyn muß, ehe man den folgenden auftragt.

In den Fällen, wo die Oberfläche sehr feucht oder salpeterhaltig ist, erweist es sich vortheilhaft, der erwähnten Composition 8 bis 10 Proc. rohen Spießglanz beizugeben.

Bei zahlreichen Versuchen lieferten dem Patentträger folgende Vorschriften die besten Resultate:

|473|

Nr. I. Erster außergewöhnlicher Anstrich.

Zinkoxyd 137 Theile
rothes Eisenoxyd 77 –
Kieselerde 236 –
Thonerde 30 –
Holzkohlenpulver 159 –
Eisenfeilspäne 59 –
Zinkfeilspane 2 –
Braunstein 300 –
–––––––
1000

Nr. II. Erster gewöhnlicher Anstrich.

Zinkoxyd 170 Theile
Zinkseilspäne 2 –
rothes Eisenoxyd 218 –
Eisenfeilspäne 1 –
Kieselerde 219 –
Thonerde 29 –
Holzkohlenpulver 111 –
Braunstein 250 –
–––––––
1000

Nr. III. Zweiter und dritter gewöhnlicher Anstrich.

Zinkoxyd 215 Theile
rothes Eisenoxyd 202 –
Kieselerde 276 –
Thonerde 31 –
Holzkohlenpulver 124 –
Eisenfeilspäne 1 –
Zinkfeilspäne 2 –
Braunstein 150 –
–––––––
1000

Nr. IV. Dritter schwarzer Anstrich.

Zinkoxyd 132 Theile
rothes Eisenoxyd 103 –
Zinkfeilspane 2 –
Eisenfeilspäne 49 –
Kieselerde 305 –
Thonerde 26 –
Holzkohlenpulver 233 –
Braunstein 150 –
–––––––
1000

Nr. V. Dritter Heller Anstrich.

Zinkoxyd 287 Theile
rothes Eisenoxyd 409 –
Kieselerde 231 –
Thonerde 23 –
Braunstein 30 –
Eisenfeilspäne 19 –
Holzkohlenpulver 1 –
–––––––
1000
|474|

Diese Gemenge müssen fein zerrieben und in dem oben erwähnten Verhältniß mit trocknendem Oel und Terpenthinöl gemischt werden.

Nr. VI. Kitt zum Ausstreichen der Fugen, Ritzen etc.

Folgender Kitt dient zum Ausfüllen der Fugen, Löcher und Ritzen; man kann aber auch die ganze Oberfläche 1/30 bis 1/3 Zoll dick damit überziehen:

Kreide 450 Theile
Kieselerde 87 –
Holzkohlenpulver 83 –
Eisenfeilspäne 47 –
Thonerde 20 –
Zinkfeilspäne 1 –
Zinkoxyd 37 –
rothes Eisenoxyd 25 –
Braunstein 250 –
–––––––
1000

Diese Substanzen werden in ein feines Pulver verwandelt, gut gemengt und dann mit einer Mischung von 3 Th. Leinöl und 1 Th. Hanföl zur geeigneten Consistenz abgerieben. (London Journal of arts, März 1852, S. 191.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: