Titel: Donisthorpe's Verbesserungen an Maschinen zum Zubereiten und Kämmen der Wolle etc.
Autor: Lister, Samuel Cunliffe
Donisthorpe, George Edmund
Fundstelle: 1852, Band 125, Nr. XCI. (S. 404–407)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/ar125091

XCI. Verbesserungen an Maschinen zum Zubereiten und Kämmen der Wolle und anderer Faserstoffe, welche sich Samuel Cunliffe Lister und Georg Edmund Donisthorpe zu Leeds am 20. März 1850 patentiren ließen.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Febr. 1852, S. 94.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Einem früheren Patent vom 8. Mai 184971) gemäß bestand ein Theil unserer Erfindung in einem Verfahren die Wolle zu bearbeiten, indem eine kleine Quantität derselben durch mechanische Vorrichtungen nach einander ausgezogen, gestreckt, dann angehäuft und auf Bürsten oder Kämme gelegt wurde, um lockere Bänder zu erhalten. Unsere gegenwärtige Erfindung nun besteht in Verbesserungen an Apparaten, wodurch diese Behandlungsweise der Wolle noch vortheilhafter ins Werk gesetzt werden kann. Wir haben es nicht für nöthig erachtet eine vollständige Maschine zum Kämmen der Wolle, sondern nur diejenigen Theile darzustellen, auf welche sich unsere Erfindung bezieht.

Fig. 1 stellt unsern Mechanismus im Grundriß;

Fig. 2 im Durchschnitt;

Fig. 3 in der Seitenansicht dar.

Die Figuren 4, 5 und 6 enthalten besondere Ansichten derselben; a, a sind die Kämme, welche die Wolle aufnehmen, so wie sie von den Hältern in getrennten Partien zugeführt wird. In dem Maaße nun, als die Wolle auf diesen Kämmen sich anhäuft, wird sie vorwärts geführt, |405| um auf die gewöhnliche Weise gestreckt zu werden. Der Zuführapparat besteht aus den nach einander in Thätigkeit kommenden Stangen b, b und dem endlosen Band oder Tuch c, welche die Wolle zwischen sich fassen und in Partien, wie sie die Kämme d, d liefern, ausstrecken. Wenn die Instrumente b, c eine Portion Wolle aufgenommen und gegen den Kammkreis hingeführt haben, so kommt eine der Bürstenflächen abwechselnd in eine solche Lage, daß sie diese Portion Wolle aufnimmt und den Kämmen a übergibt. Die verschiedenen Theile werden auf folgende Weise in Thätigkeit gesetzt. e ist die Hauptachse des Apparates, welche ihre Bewegung durch einen auf der Trommel e¹ laufenden Riemen erhält. Diese Achse enthält die Winkelräder e², welche in die an der Achse f¹ befestigten Winkelräder f greifen; an der Achse f befinden sich die Schrauben f², welche die „Gills“ d in Bewegung setzen. Die Achse e enthält ferner das Getriebe e³, welches durch Vermittlung des Zwischenrades e⁴ das an der Achse der Walze b² befestigte Zahnrad b¹ in Bewegung setzt. Die Walze b², in Fig. 6 in zwei Ansichten besonders dargestellt, enthält die Stangen b, welche sich frei in ihnen verschieben lassen, und durch Federn b³ beständig nach außen gedrückt werden. In dieser Bewegung werden sie jedoch durch die Kränze der an das Maschinengestell befestigten Platte b⁴ beherrscht, deren innere Seite mit excentrischen Flächen versehen ist, gegen welche die Walzen b⁶ der Stangen b laufen. Man wird nun bemerken, daß jede der Stangen b aus der Fläche der Walze b² gerade in dem Augenblicke hervorkommt, wo sie während der Rotation der Walze b¹ an den Punkt gelangen, an welchem die Gill-Kämme die Wolle abgeben. Die Wolle kommt nun zwischen die Stange b und das endlose Tuch c, welches, mit dem Instrumente sich vorwärts bewegend, eine Quantität Wolle auszieht und von den Schraubengillen ablöst. Das Tuch c läuft über die obere Kante der Platte c¹ und über die Walze c², welche die nämliche Geschwindigkeit der Oberfläche, wie der Cylinder b² erhält, indem das an der Achse des letzteren befindliche Zahnrad b⁷ in das an der Achse der Walze c² befestigte Getriebe c³ greift. Von da bewegt sich das Tuch über die Leitwalze c⁴ und unter die Walze c⁵. Die untere Kante der Platte c¹ liegt in einem Lager c⁶ und ihre obere Kante erhält durch das Tuch c das beständige Bestreben, sich gegen die Walze c² anzulegen. Soll jedoch eine Portion Wolle, welche durch die Gill-Kämme vorwärts gebracht worden ist, festgeklemmt und abgelöst werden, so muß die obere Kante der Platte c¹ mit demjenigen Theile des Tuchs c, welches in diesem Augenblicke über diesen Rand tritt, in der unteren Lage sich befinden, und auf diese Weise der Stange b einen |406| entsprechenden Hälter darbieten. Zu diesem Zweck sind an jeder Seite der Platte c¹ Ohren c⁷ befestigt, welche zu beiden Seiten der Maschine hervorragen. Diese Ohren sind mit Löchern versehen, in welchen die Enden c* der excentrischen Stangen c⁸ gleiten. Das andere Ende jeder dieser Stangen umfaßt ein an der Achse e befestigtes Excentricum c⁹. Während der Umdrehung dieses Excentricums gleiten die Enden c* der Stange c⁸ frei in den Löchern der Ohren c⁷. Diese Stangen haben jedoch gerade, wenn die Klemmung (the nip) stattfinden soll, eine solche Lage, daß sie die Ohren und mithin die Platte c¹ eine kurze Strecke gegen die Gill-Kämme hinziehen. Alsdann gleiten die Stangen c⁸, während das Excentricum mit der Achse e rotirt, in den Ohren, und die Platte c macht mit dem endlosen Tuch eine sanfte Bewegung gegen die Walze c², welche dann gemeinschaftlich mit dem endlosen Tuch und der Klemmstange b wirkt. So wie die abgelösten Theile der Wolle mit den Instrumenten b, c vorwärts gelangen, wird der Rand der durch die letzteren festgehaltenen Theile abwechselnd von einer der Bürstenflächen g aufgenommen. Die letzteren befinden sich in dem Gestell g¹, welches an der adjustirbaren Achse g² befestigt ist. Die Achse g² enthält ein Zahnrad g³, welches von dem Zahnrad b⁷, in das es greift, seine Bewegung erhält. Die Bürsten nehmen sofort, während das Gestell g¹ sich zum Theil um seine Achse g² dreht, die abgelösten Wollentheile auf, und setzen sie der Reihe nach an die Zähne des vorbeigehenden Kammes a ab, wo sie sich anhäufen. Sogleich nach ihrer Uebertragung auf die Kämme a wird die Wolle durch die Bürste h in die Kammzähne hineingedrückt. Die Bürste geht hierauf zurück, um einer anderen auf den Kamm zu tragenden Portion Wolle Platz zu machen, welche auf gleiche Weise in die Zähne a gedrückt wird. Die Bürste h ist an das eine Ende eines um h² drehbaren Hebels h¹ befestigt, welcher durch die Stange h⁴ mit dem einen Ende des Hebels h⁵ verbunden ist; der letztere dreht sich um die Achse h⁶ und ist an dem andern Ende durch ein Gelenk h⁷ mit der an der Achse h⁹ befestigten Kurbel h⁸ verbunden. Die Kurbelachse erhält ihre Bewegung von der Achse der Walze c² vermittelst des an der Achse der letzteren befestigten Getriebes h¹⁰, welches in das Zwischenrad h¹¹ greift; das letztere setzt das an der Achse h⁹ befestigte Zahnrad h¹² in Bewegung.

Jede der Bürsten g besteht aus drei Abtheilungen, welche während der Rotation des Gestells g¹ auf folgende Weise bewegt werden. Jede der äußeren Bürsten ist um einen Zapfen g⁴ drehbar. Die beiden mittleren sind durch Schienen g* mit einander verbunden und außerdem mit Schienen g⁵ versehen, deren Enden über die Längen der Bürsten g hervorragen. |407| Diese Hervorragungen sind mit Schlitzen versehen zur Aufnahme der Bolzen g⁶, wodurch die äußeren und mittleren Theile jeder der Bürsten g mit einander verbunden sind. Demnach bestimmt jede den mittleren Bürsten ertheilte Bewegung die Lage der Seitenbürsten. Eine der Bürsten g wird durch eine Feder g⁷ beständig in eine gerade Linie gedrückt, während die andere beständig das Bestreben hat, eine krumme Linie anzunehmen. g⁸ ist ein um g⁹ drehbarer Hebel, dessen eines Ende gegen die mittlere der Bürsten gedrückt wird, während sein anderes Ende in die Rinne der Platte g¹⁰ tritt. Vermöge der Excentricität dieser Rinne nimmt der Hebel g⁸ eine solche Bewegung an, daß die Bürste, gegen die er wirkt, bei ihrem Vorübergang an dem endlosen Tuch c in einer geraden Linie ausgestreckt wird, während die andere Bürste die Curvenform annimmt, welche der Gestalt der vorübergehenden kreisförmigen Kämme entspricht.

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Mitgetheilt S. 249 in diesem Bande des polytechn. Journals.

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