Titel: Ueber das Gelbbrennen des Messings; von Dr. Heeren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 125/Miszelle 4 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/mi125mi01_4

Ueber das Gelbbrennen des Messings; von Dr. Heeren.

Durch Hrn. Dankwerth in Hannover habe ich die folgende, durch einen reinen Zufall entdeckte Methode kennen gelernt. Man nimmt gewöhnliche starke Salpetersäure und schüttet in dieselbe eine Portion Schnupftabak, etwa in dem Verhältnisse von 3 Loth Tabak auf das Pfund Säure. Das Gelbbrennen von Messing, Tombak, Kupfer und dergleichen erfolgt hierin mit ungewöhnlicher Schnelligkeit und Sicherheit, so daß ich das Verfahren den Metallarbeitern zur Berücksichtigung empfehlen kann. Tabak scheint übrigens nicht gerade ausschließlich sich dazu zu eignen, und Versuche mit feinen Sägespänen gaben anscheinend ein gleiches Resultat.

Die Ursache dieser sonderbaren Erscheinung ist wahrscheinlich eine doppelte: zunächst wird durch Einwirkung der Salpetersäure auf die organische Substanz salpetrige Säure entwickelt, welche bekanntlich besonders stark oxydirend wirkt; zweitens scheint der pulverförmige organische Körper in Folge der feinen Rauhheiten seiner Oberfläche die Entwicklung der salpetrigen Säure in Gasgestalt zu befördern, wodurch sie vollkommener auch in die kleinsten Vertiefungen eindringt. Daß die kleine |76| Menge von Salmiak, welche dem Schnupftabak beigemischt zu seyn pflegt, in Betracht kommen sollte, ist nicht wahrscheinlich. (Mittheilungen des hannoverschen Gewerbevereins, 1852, 64ste Liefer.)

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