Titel: Ueber das Vorkommen von Krystallen im Glase.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 125/Miszelle 6 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/mi125mi01_6

Ueber das Vorkommen von Krystallen im Glase.

Hr. Leydolt setzte Achate zur Untersuchung ihrer Gemengtheile der Einwirkung der Fluorwasserstoffsäure aus; dabei blieb der krystallisirte Quarz unberührt und bildet Erhabenheiten auf der Fläche des Achates, so daß man mittelst galvanoplastischen Verfahrens von dieser erhabenen Zeichnung eine vertiefte Copie machen und von dieser Abzüge nehmen kann, welche Radirungen gleichen und die ganze innere Bildung der Achate wiedergeben.

Als er auf dieselbe Weise mit Glas verfuhr, war er erstaunt zu sehen, daß das Glas kein homogener Körper ist. Alle Gläser, welche er sich verschaffen konnte, enthielten eine größere oder geringere Menge vollkommen deutlicher regelmäßiger und durchsichtiger Krystalle, welche in der amorphen Substanz eingeschlossen sind. Um sie sichtbar zu machen, braucht man nur eine Glasplatte der Einwirkung von Fluorwasserstoffgas, welches mit Wasserdampf gemischt ist, auszusetzen. Die Operation wird unterbrochen, wenn die Krystalle in Folge der Auflösung des amorphen ungebundenen Theiles, welcher in der Regel löslicher ist als jene, bloßgelegt worden sind; die so erhaltenen Zeichnungen können auf galvanoplastischem Wege vervielfältigt werden. – Die Operation bietet keine Schwierigkeit dar; man braucht nur die Glasplatte unter einer gewissen Neigung in die Mischung von Schwefelsäure und Flußspath, welche zur Darstellung der Fluorwasserstoffsäure dient, so hineinzulegen, daß |77| ein Theil der Platte in die Flüssigkeit hineinreicht und ein anderer darüber hinaus ragt. Die Krystalle werden alsdann über der Trennungslinie an der der Flüssigkeit zugewendeten Seite der Platte sichtbar. (Comptes rendus, t. XXXIV p. 565.)

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