Titel: Behandlung des Winterweizens nach Levacher d'Urcle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 125/Miszelle 9 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/mi125mi02_9

Behandlung des Winterweizens nach Levacher d'Urcle.

Levacher d'Urcle aus Paris ließ sich am 12. Junius 1851 in England ein Verfahren patentiren, um eine größere Ernte an Winterweizen (autumn wheat) zu erzielen.

Bisher, sagt der Patentträger, wurde der Winterweizen, weil man ihn für eine einjährige Pflanze hielt, falsch behandelt; derselbe ist aber, wie ich durch dessen Studium und wiederholte Versuche entdeckt habe, seiner Natur nach entschieden zweijährig, wie die Runkelrüben, Möhren etc. Darauf muß bei seiner Behandlung Rückficht genommen werden, wozu der Patentträger folgendermaßen verfährt:

Das Feld, auf welchem das Korn gesäet werden soll, muß entweder vor dem Winter oder zu Frühlings-Anfang umgeackert und gut gedüngt werden, so daß es zwischen dem 20. April und 10. Mai, früher nicht, den Weizen aufzunehmen bereit ist. Er wählt diese Zeit, weil, wenn dieß früher geschieht, die Möglichkeit eintritt, daß die Pflanze noch dasselbe Jahr in Blüthe käme, was beim Säen in obiger Weise nicht der Fall seyn kann, wodurch die Pflanze wirklich eine zweijährige wird. Doch kann die Aussaat mit dem Lauf der Zeit und von Jahr zu Jahr vorgerückt werden; denn, wenn es nicht wegen der gegenwärtigen Entartung der Pflanze wäre, so könnte die Aussaat jetzt Anfangs März geschehen. Jedes Weizenkorn muß besonders eingelegt werden und einen desto kleinern Flächenraum erhalten, je geringer die Beschaffenheit des Bodens ist, und einen desto größern, je besser der Boden gedüngt und je weniger entartet der Weizen ist. Die Saat geschieht in Reihen von Löchern, welche in regelmäßigen Abstanden (von wenigstens 9 1/2 und höchstens 23 1/2 Zoll) in jeder Richtung gemacht werden; die Löcher jeder folgenden Reihe stehen den Zwischenräumen zwischen den Löchern der vorhergehenden Reihe gegenüber. In jedes Loch kommen vier oder fünf Körner, im Kreise oder Viereck 2 1/2 Zoll auseinandergelegt. In den ersten Stadien ihres Wachsthums müssen die Pflanzen von Unkraut frei gehalten werden; wenn der Weizen einmal die Höhe von 4 Zoll erreicht hat, werden alle Pflanzen einer Gruppe, mit Ausnahme einer einzigen (der schönsten), ausgerissen. Hierauf läßt man die Pflanzen stehen bis zum Herbst des folgenden Jahres, wo dann nachgewiesener Maßen der Ertrag ein bedeutend größerer seyn wird als bisher. (London Journal of arts, März 1852, S. 199.)

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