Titel: Die Coloquinte als Schutzmittel der Tapeten jeder Art gegen Insecten und Nagethiere.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 125/Miszelle 9 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/mi125mi04_9
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Die Coloquinte als Schutzmittel der Tapeten jeder Art gegen Insecten und Nagethiere.

Die Coloquinte (der Coloquintenapfel, Cucumis Colocynthis), früher schon als Mittel gegen die Wanzen empfohlen, verdient wegen ihrer in der Ueberschrift angedeuteten Anwendbarkeit, wirklich häufiger gezogen zu werden.

Es geschieht dieß mittelst des Samens, dessen Körner man neben einander in Dammerde oder am Rande der Beete einsteckt; die Pflanze breitet sich über den Boden aus, kann aber auch an Mauern oder Hecken hinaufgezogen werden. Man säet sie im April oder Anfangs Mai. Die reife Frucht wird abgepflückt und an einen trockenen, luftigen Ort gebracht, wo ihr Mark nach und nach seine wässerigen Theile verliert, so daß im nächsten Frühjahr im Innern nur noch Körner und schwammige Fasern darin gefunden werden. Die Rinde ist dann hart und lederartig und enthält alle Bitterkeit des Marks. Sie wird zertheilt und vollkommen ausgetrocknet, im Mörser zu feinem Pulver gestoßen (was – da sie ein heftiges Purgirmittel ist – mit Vorsicht geschehen muß), dann gesiebt. Dieses Pulver wird dem Kleistermehl zugesetzt, mit dem man die Tapeten aufklebt, und zwar 1 Loth zu 1 Pfd. Kleister. Durch die Bitterkeit und den eigenthümlichen Geruch des Pulvers werden Insecten und Mäuse ferngehalten. (Moniteur industriel, 1852 Nr. 1668.)

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