Titel: Ueber die Nutzbarmachung in Brand gerathener Waldungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 125/Miszelle 9 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/mi125mi05_9

Ueber die Nutzbarmachung in Brand gerathener Waldungen.

Gewöhnlich brennen bei Waldbränden nur das Gras und Haidekraut, so daß die Baumstämme nur 8 Zoll bis höchstens 1 1/2 Fuß hoch ergriffen werden. War die Verbrennung keine sehr starke, so findet man nur die Rinde des Holzes, je nach dem Alter des Holzes mehr oder weniger ausgetrocknet. War sie stärker, so ist allenfalls der Bast noch angegriffen; der Holzkörper des Baumes selbst aber ist es sehr selten; wenn er unversehrt blieb, so können nach Becquerel durch bloßes Säubern des Holzes (nämlich Abschneiden des kriechenden Holzes, der dünnen Aestchen am Fuße, um den ganzen Saft auf den Hauptstamm zurückzuführen) die Bäume gerettet werden. In einem ihm gehörigen 13jährigen Wald, der unlängst in Brand gerathen war. hat er dieß gethan, nachdem er den Versuch schon vor 9 Jahren in gleichem Falle mit gutem Erfolg gemacht hatte. Es versteht sich übrigens, daß dieses Verfahren nur für den Fall angerathen wird, daß zur Zeit des Brandes der Saft eben aufzusteigen begann, die Verheerung also minder groß war. In dem unwahrscheinlichen Fall des Mißlingens könnte man wenigstens, wenn die Belaubung nicht gehörig vor sich geht, im Monat Mai abholzen. – Nach Hrn. de Béhague |399| ist dieses Verfahren ganz gut, wenn der Brand nach dem Wind geht, daher schneller vorschreitend, weniger Verderben anrichtet; hat der Brand aber die Richtung gegen den Wind, so wirkt er langsamer und greift das Holz stärker an. In diesem Fall muß das Holz am Fuß abgeschnitten werden, weil sonst die Stöcke leiden und absterben. (Moniteur industriel, 1852 Nr. 1660.)

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