Titel: Marianini's Verstärkung der Magnetisirungsspiralen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 125/Miszelle 2 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/mi125mi06_2

Marianini's Verstärkung der Magnetisirungsspiralen.

Hr. Marianini Sohn hat kürzlich eine hinsichtlich der technischen Anwendung des elektrischen Stroms sehr interessante Abhandlung veröffentlicht. Man weiß seit langer Zeit, daß eine in Thätigkeit befindliche Magnetisirungsspirale einen Stab von weichem Eisen, welchen man an ihre Oeffnung hält, in sich hineinzieht, und manchmal mit solcher Heftigkeit, daß er in Folge der erlangten Geschwindigkeit auf der andern Seite der Spirale austritt. Eine Wollaston'sche Batterie aus sechs Elementen, bei welcher das amalgamirte Zink in jedem Element 1 Quadratdecimeter Fläche betrug, und die durch Wasser erregt wurden, welches mit 17 Tausendsteln Salpetersäure und ebensoviel Schwefelsäure gesäuert war, zog einen Cylinder von Schmiedeisen, welcher 67 Gramme wog, gänzlich an, nachdem man ihn zur Hälfte in die Spirale gesteckt hatte, welche den Strom schloß. Diese Spirale hatte 1 Decimeter Länge, 14 Millimeter Oeffnung und bestand aus einem Kupferdraht von 1,2 Millimeter Dicke, der isolirt war und auf der Achse der Spirale hundert Windungen machte. Wenn der Apparat horizontal gehalten wurde, so trat der kleine Eisenstab beim Oeffnen der Kette aus der Spirale heraus. Als nun Hr. Marianini seine Spirale in einen hohlen Eisencylinder steckte, reichte diese bloße Beigabe einer ununterbrochenen Metallhülle hin, um die Kraft des Apparats außerordentlich zu steigern. Anstatt den kleinen Eisenstab von 67 Grammen bloß anzuziehen, trieb ihn die horizontal gestellte Spirale auf drei Decimeter Entfernung hinaus, nachdem sie ihn angezogen hatte. Diese neue Thatsache kann für die elektromagnetischen Kraftmaschinen sehr wichtig werden. Folgendes ist das Resultat eines Versuchs, welchen Hr. P. Marianini in der Absicht anstellte, die Kraftzunahme kennen zu lernen, welche das Eisengehäuse der elektromotorischen Spirale mittheilt. Die vertical gestellte Spirale konnte ohne Eisengehäuse 10,8 Gr. halten; mit dem Gehäuse, 36,0 Gr. Bei einem andern Versuch hatte man folgende Verhältnisse: Spirale ohne Mantel, 144,5 Gr.; Spirale mit Mantel. 253,1 Gr.

Man hat schon früher den Einfluß eines Eisencylinders auf die in ihm befindliche Spirale untersucht, und gefunden daß ersterer sich nicht merklich magnetisirte; unseres Wissens hat man aber diese Reaction des Eisengehäuses auf die Elektricität der Spirale dabei übersehen. (Cosmos, revue encyclopédique, 1852 Nr. 9.)

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